ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2010Was war das Wichtigste am Ärztetag? Das sagen die Delegierten

DEUTSCHER ÄRZTETAG

Was war das Wichtigste am Ärztetag? Das sagen die Delegierten

Dtsch Arztebl 2010; 107(20): A-980 / B-856 / C-844

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„Die Änderung der Weiter­bildungs­ordnung bezüglich der Allgemeinmedizin. Dass der Facharzt für Allgemeinmedizin als Hausarzt die entsprechende Kompetenz erhält und damit endlich ein Schlussstrich unter eine unendliche Diskussion zwischen Allgemeinmedizinern und Internisten gezogen wird. Die Zuständigkeiten der Allgemeinmedizin für die hausärztliche Versorgung sind jetzt klar geregelt.“
Dr. med. Dieter Geis (59), Bayern

„Die neue Gesprächskultur zwischen Politik und Ärzteschaft. Aus Konfrontation ist Dialog geworden. Nun kann man darauf hoffen, dass dieser konstruktiv ist und zu Ergebnissen führt. Außerdem: Den Block Weiterbildung haben wir mit gutem Konsens in wesentlichen Fragen beendet. Wichtig waren auch die Aussagen zu den Patientenrechten. Ich kann da Montgomery nur zustimmen: Wir brauchen kein Patientenschutzgesetz. Der Patient wird durch den Arzt geschützt.“
Dr. med. Wilfried Schimanke (62), Mecklenburg-Vorpommern

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„Das Erlebnis, dass das Gremium letztendlich doch sehr weise Entscheidungen getroffen hat. Das hat mich angenehm überrascht. Der Konsens, mit dem einige Punkte zurückgewiesen worden sind, war sehr schlüssig. Es gab meist deutliche Mehrheiten. Meine Sorge über mögliche Fehlentscheidungen und viel Klein-Klein war vollkommen unbegründet.“
Dr. med. Edith Danda (52), Niedersachsen

„Die Evaluation der Weiterbildung ist grundsätzlich zu begrüßen. Die etwas euphorische Präsentation der Ergebnisse wunderte mich aber schon. Ich bin gespannt auf die Aufarbeitung möglicher Ursachen für die geringe Teilnehmerrate der Weiterzubildenden. Absolut wesentlich scheint mir, dass knapp 50 Prozent keinen strukturierten Weiterbildungsplan und 40 Prozent keine Lernzielvereinbarung hatten. Da stellt sich mir die Frage, was eigentlich evaluiert wird, wenn es kein Curriculum gibt, an dem die gemachten Erfahrungen gemessen werden können.“
Dr. med. Verena Dicke (36), Berlin

„Im Vergleich zu den Ärztetagen, die ich bisher miterlebt habe, fand ich den jetzigen relativ sachorientiert. Das hat sich zum Beispiel bei der Diskussion um die Weiter­bildungs­ordnung gezeigt, die wieder als Bildungsordnung begriffen wird. Das ist wichtig, weil sie in der Vergangenheit häufig als Instrument im berufspolitischen Kampf um Partikularinteressen missbraucht wurde.“
Dr. med. Jens Thiel (36), Baden-Württemberg


video.aerzteblatt.de
Das Deutsche Ärzteblatt informiert zu gesundheitspolitischen Themen jetzt auch per Videoclip. Die Folgen der Privatisierung von Kliniken, das geplante Patientenrechtegesetz, die diskutierte Verschiebung der KV-Wahlen und der Deutsche Ärztetag waren die ersten Themen der Kurzinterviews unter video.aerzteblatt.de.

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