ArchivDeutsches Ärzteblatt36/1997Rezidivierende Angioödeme durch C1-Inhibitor-Mangel – Erstickungsrisiko: Bei Asphyxie – Koniotomie!

MEDIZIN: Diskussion

Rezidivierende Angioödeme durch C1-Inhibitor-Mangel – Erstickungsrisiko: Bei Asphyxie – Koniotomie!

Tasman, A.-J.

Zu dem Beitrag von Prof. Dr. med. Konrad Bork in Heft 12/1997
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LNSLNS Aus der Sicht des Hals-Nasen-Ohrenarztes erscheint mir eine Ergänzung zu folgendem Satz im Beitrag notwendig: "Besteht eine vital bedrohliche Atemnot (bei Glottisödem), so sollte unverzüglich eine Intubation, auch unter Benutzung einer Fiberoptik, oder im äußersten Notfall sogar eine Tracheotomie erfolgen."
Die respiratorische Dekompensation bei Glottisödem ist die Folge einer subtotalen Verlegung der Glottis. Bei O2-Sättigungs-Abfall und/oder Erschöpfung des Patienten ist eine laryngotracheale Intubation im Gegensatz zur Maskenbeatmung in der Tat indiziert. Die Intubation wird jedoch durch die Obstruktion der Glottis auch unter fiberoptischer Kontrolle unter Umständen nicht gelingen, und Intubationsversuche erfolgen bei fortschreitender Hypoxie des Patienten unter Zeitdruck. Die Alternative zur Intubation ist die operative Eröffnung der subglottischen Atemwege: eine vom Autor erwähnte Tracheotomie oder eine Koniotomie. Die korrekte Durchführung einer Tracheotomie stellt jedoch im Vergleich zur Koniotomie wesentlich höhere Anforderungen an chirurgisches Können und instrumentelle Ausstattung. In der Hand des chirurgisch Unerfahrenen sowie außerhalb des OP sollte deshalb im "äußersten Notfall" eine Koniotomie die Alternative zur Intubation sein.


Dr. med. A.-J. Tasman
Hals-Nasen- und Ohrenklinik
Klinikum der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg

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