ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2010Medizinrecht: Empfehlenswert für breite Nutzergruppen

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Medizinrecht: Empfehlenswert für breite Nutzergruppen

Dtsch Arztebl 2010; 107(20): A-1024 / B-900 / C-888

Doppelfeld, Elmar

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Gesundheit und Krankheit unterliegen in ihren vielfältigen Verflechtungen einer Vielzahl unterschiedlicher rechtlicher Regelungen, die beispielsweise die Würde des kranken Menschen wahren, seinen Anspruch auf Prävention oder ausreichende, angemessene Behandlung seiner Erkrankung im Rahmen des sozialen Netzes durch angemessen qualifizierte, ihrer Berufsordnung verpflichtete Ärzte sichern, Hilfen jenseits behandelbarer Situationen gewähren und die Beachtung seines in einer Verfügung dokumentierten Willens garantieren sollen. Für die Rechtsberatung in diesem komplexen Bereich hat sich innerhalb der Anwaltschaft der „Fachanwalt für Medizinrecht“ etabliert. Insbesondere an diese Gruppe wendet sich der von Dorothea Prütting unter Mitarbeit zahlreicher Fachleute aus Verwaltung und ärztlicher Selbstverwaltung, Rechtsprechung und Hochschule – einige Autoren sind dem fachfremden Rezensenten durchaus als namhaft geläufig –her- ausgegebene Kommentar „Medizinrecht“. Auch für den versierten Fachmann dürfte dieser Kommentar sich als hilfreich erweisen für die durch sachkundige Kommentare geleitete Orientierung auf den unterschiedlichen Rechtsgebieten, die der facettenreichen Spezialisierung der Medizin und den hieraus resultierenden Anforderungen an „Recht und Gesetz“ zu genügen suchen.

Mag der Kommentar auch vorrangig Fachkreise ansprechen, so kann er darüber hinaus den Angehörigen der „Heil- und Hilfeberufe“, insbesondere Ärztinnen und Ärzten, erste Antworten geben auf einschlägige Fragen aus Bereichen wie Arbeitsrecht, Arzneimittelrecht, Arzthaftung, Berufsrecht, Embryonenschutz, Medizinprodukterecht, Patientenverfügungsrecht oder Strafrecht, um nur einige prägnante Beispiele anzuführen. Der juristische Laie wird bei dem Blick in den Kommentar neben den relevanten rechtlichen Bestimmungen ihre Interpretation durch Fachleute lesen und sich dadurch vielleicht von voreiligen Entschlüssen abhalten lassen. Natürlich soll der Blick in den Kommentar nicht die Beratung durch den Fachmann ersetzen.

In Rezensionen in der juristischen Fachliteratur mögen sich differenziertere, positive wie negative, Anmerkungen zum Kommentar befinden. Der mit der medizinischen Forschung vertraute Rezensent bemerkt indessen, dass im Inhaltsverzeichnis unter dem Stichwort „Klinische Prüfung“ lediglich auf die Bestimmungen des Medizinproduktegesetzes verwiesen wird. Dies ist umso erstaunlicher, als Rechtsfragen im Zusammenhang mit der klinischen Prüfung von Arzneimitteln einschließlich der Rolle der Ethik-Kommissionen auf diesem Sektor nicht unerheblich zur Spezialisierung auf den Bereich „Medizinrecht“ mit der Etablierung entsprechender Kanzleien beigetragen haben.

Insgesamt kann das Werk als gelungen bewertet und weiten Kreisen zur Nutzung empfohlen werden. Elmar Doppelfeld

Dorothea Prütting (Hrsg.): Fachanwaltskommentar Medizinrecht. AMG, BÄO, BGB, GenDG, GOÄ, HWG, KHG, SGB V, XI, TPG, ZPO. Luchterhand, Wolters Kluwer Deutschland, Köln 2010, 1531 Seiten, gebunden, 138 Euro
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