ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2010Medikamentenforschung: Stammzell-Fabrik

TECHNIK

Medikamentenforschung: Stammzell-Fabrik

Dtsch Arztebl 2010; 107(20): A-1032 / B-908 / C-896

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LNSLNS In Nordrhein-Westfalen entsteht eine Produktionsanlage für die automatisierte Herstellung, Vermehrung und Differenzierung von induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen). Dabei handelt es sich um einen speziellen Typ von Stammzellen, die künstlich aus bereits entwickelten Körperzellen im Labor hergestellt werden. Die Automatisierung dieses Verfahrens, und die automatisierte Differenzierung der iPS-Zellen in neurale oder kardiale Zellpopulationen, versprechen neue Impulse für die Entwicklung von Medikamenten. So könnten Wirkstoffe direkt an neuralen oder kardialen Derivaten der iPS-Zellen erprobt werden, die etwa aus Hautzellen von Patienten gewonnen wurden. Für Erkrankungen des Nervensystems und des Herzens standen solche Zellproben bislang nicht zur Verfügung.

Das Projekt „StemCellFactory“ wird für drei Jahre im Rahmen des Wettbewerbs „Bio.NRW“ gefördert. Die Produktionsanlage integriert Automatisierung, Standardisierung und Parallelisierung aller erforderlichen Zellkulturschritte sowie ein Qualitätsmanagement. Sie schließt damit eine Technologielücke in der Pharmaforschung, Biotechnologie und regenerativen Medizin.

Die Federführung des Projekts liegt bei der an der Universität Bonn angesiedelten Life and Brain GmbH und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Beteiligt sind außerdem die Universität Bonn mit den Instituten für Rekonstruktive Neurobiologie und Physiologie I, das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie, Aachen, das Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin, Münster, und die Bayer Technology Services GmbH, Leverkusen, sowie die HiTec Zang GmbH, Herzogenrath. EB

Informationen: Prof. Dr. Oliver Brüstle, Life and Brain Center, Universitätsklinikum Bonn, E-Mail: r.neuro@uni-bonn.de
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