ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2010Rheumatoide Arthritis: Frühe Diagnose entscheidend

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Rheumatoide Arthritis: Frühe Diagnose entscheidend

Dtsch Arztebl 2010; 107(20): A-1033

Weiß, Maria

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LNSLNS Patienten, die rheumatologische Einrichtungen mit Frühsprechstunden konsultieren, profitieren von einem rascheren Behandlungsbeginn.

Eine konsequente Behandlung mit Basistherapeutika in den ersten sechs Monaten nach Sym-ptombeginn einer rheumatoiden Arthritis halbiere das Risiko für einen Funktionsverlust und erhöhe die Chancen für eine vollständige Remission um das Dreifache. Das sagte Prof. Dr. med. Matthias Schneider aus Berlin, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Regionaler kooperativer Rheumazentren. Leider werde dieses „window of opportunity“ oft verpasst. Auch heute dauere es im Mittel noch ein Jahr, bis Patienten mit rheumatoider Arthritis zum ersten Mal bei einem Rheumatologen vorgestellt würden. Vor dem Hintergrund, dass eine Verzögerung des Therapiebeginns um drei Monate bereits mit einer deutlich schlechteren Prognose nach zwei Jahren einhergehe, seien hier dringend Verbesserungen erforderlich.

Wo hakt es in der Praxis? Diplom-Psychologin Gisela Westhoff von der Berliner Charité stellte dazu eine Untersuchung des deutschen Rheumaforschungszentrums bei 198 rheumatologisch-internistischen Einrichtungen vor. Untersucht wurde, wann Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen erstmals dem Rheumatologen vorgestellt werden und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.

Im Mittel dauerte es bei den 17 908 zugewiesenen Patienten 6,9 Monate bis zur ersten Konsultation beim Rheumatologen. Die Fachrichtung oder Fortbildung der zuweisenden Ärzte spielte dabei kaum eine Rolle. Die Wahrscheinlichkeit, einen Rheumatologen innerhalb von drei Monaten nach Symptombeginn zu erreichen, habe vor allem von den Wartezeiten abgehangen, so Westhoff. In Einrichtungen mit speziellen Früharthritis-Sprechstunden mit verkürzten Wartezeiten (< 2 Wochen) konnten die Patienten im Mittel 2,4 Monate früher behandelt werden als in Einrichtungen mit normalen Wartezeiten.

Ergebnisse verschiedener randomisierter klinischer Studien mit standardisiertem Therapieregime konnten zeigen, dass Patienten mit früher und aggressiver Initialtherapie, zum Beispiel als Kombination, eine größere Chance haben, eine Remission zu erreichen als Patienten mit einem späteren Beginn oder mit initialer Monotherapie. Zudem zeigte eine aktuelle Auswertung der COMET-Studie (COmbination of Methotrexate and ETanercept in active early Rheumatoid Arthritis), dass Patienten von einer frühen Therapie mit dem TNF-Rezeptor Etanercept (Enbrel®) bei gleichzeitiger Gabe von Methotrexat (MTX) profitieren.

Die Frage, welche Patienten mit Früharthritis die besten Chancen für eine Remission haben, kann in Zukunft vielleicht die CAPEA-Studie (Course and Prognosis of Early Arthritis) klären. Die von Wyeth unterstützte prospektive Beobachtungsstudie bei Patienten mit Früharthritis (weniger als sechs Monate) untersucht über zwei Jahre, welche und wie viele Patienten in der Regelversorgung tatsächlich eine Remission erreichen. Zusätzlich bietet sich hier auch die Möglichkeit, Biomarker und Sonographiekriterien mit dem Verlauf zu assoziieren.
Maria Weiß

Pressekonferenz „Vorhersagemodelle zum Verlauf der frühen rheumatoiden Arthritis – Wie entscheidend sind rechtzeitige Diagnose und Therapie für den Behandlungserfolg?“, Berlin, unterstützt von Wyeth-Pharma GmbH
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