ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2010Kontaminierte Lebensmittel
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LNSLNS Mit großem Erstaunen habe ich zur Kenntnis genommen, dass Pilze im Darm ernsthaft in der Fachliteratur diskutiert werden.

Hierzu folgende Anmerkung: Herr Prof. Ottenjann (Lehrbuchautor, Mitbegründer der flexiblen Endoskopie in Deutschland), mit dem ich zu Beginn der 1980er Jahre einen Schriftwechsel und Gespräche bezüglich fraglicher Darmmykosen führte, erklärte mir damals: „Der Pilz benötigt Plattenepithel; das endet an der Z-Linie und beginnt an der Linea dentata erneut. Nur dort werden sie Pilze auf der Schleimhaut mit entsprechenden entzündlichen Reaktionen derselben finden.“

Da ich etwas zweifelnd war, forderte er mich auf, falls ich endoskopisch im Magen oder Darm einen solchen Befall finden würde, ihm ein Bild und eine Falldarstellung zukommen zu lassen.

Nach mehr als 25 000 Endoskopien mit der drei- bis fünffachen Anzahl an Biopsien ist mir ein solcher Befund nicht gelungen. Typischen Pilzbelag distal des Ösophagus konnte ich nur auf nekrotisch zerfallenden Tumoren im Magen und Darm diagnostizieren (Zylinderepithel), und hierbei war der Pilz das geringste Problem, das der Patient hatte.

Es sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt: Oral aufgenommene Pilzsporen werden nicht verdaut, und jedes gute Labor kann in der Regel Pilze aus dem Stuhl anzüchten. Pilzsporen sind ubiquitär und kontaminieren laufend Lebensmittel
DOI: 10.3238/arztebl.2010.0368c

Dr. med. Gerd Helmecke
Königstraße 4
53773 Hennef
E-Mail: Dok-Helmecke@t-online.de

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
Schulze J, Sonnenborn U: Yeasts in the gut: from commensals to infectious agents [Pilze im Darm – von kommensalen Untermietern zu Infektionserregern]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106: 837–42. VOLLTEXT
1. Schulze J, Sonnenborn U: Yeasts in the gut: from commensals to infectious agents [Pilze im Darm – von kommensalen Untermietern zu Infektionserregern]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106: 837–42. VOLLTEXT

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