ArchivDeutsches Ärzteblatt36/1997Neuer Angiotensin-II-Antagonist: Eprosartan zur Hypertonie-Therapie

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Neuer Angiotensin-II-Antagonist: Eprosartan zur Hypertonie-Therapie

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LNSLNS Die Daten bisheriger Studien lassen erkennen, daß Angiotensin-II-Antagonisten den Blutdruck ebenso effektiv senken wie ACE-Hemmer, die Therapie aber mit deutlich weniger Nebenwirkungen verbunden ist. Angiotensin-II-Antagonisten und ACE-Hemmer wirken über unterschiedliche Mechanismen auf das ReninAngiotensin-System. Im Mittelpunkt dieses Systems steht Angiotensin II, welches an der Niere zu einer Wasser- und Natriumretention führt und über die AT1-Rezep- toren an den Blutgefäßen eine Vasokonstriktion beziehungsweise am Herzen positiv inotrope und arrhythmische Effekte induziert. Langfristige Auswirkungen von Angiotensin II sind Hypertrophie von glatten Muskelzellen und fibrotischer Or- ganumbau zum Beispiel am Herzen. Neue Daten
Angiotensin II wird aus Angiotensin I mit Hilfe des ACE gebildet, am menschlichen Herzen allerdings über diesen Weg nur zu etwa 15 Prozent. Zu 85 Prozent läuft die Umwandlung über Chymasen. Dies hat zur Folge, daß ACE-Hemmer zumindest am Herzen nur einen kleinen Teil des Angioten- sin II antagonisieren. Die Blockade von AT1-Rezeptoren mit Angiotensin-II-Ant-agonisten könnte deshalb effizienter sein, erklärte Prof. Michael Böhm (Köln) auf einer Pressekonferenz von SmithKline Beecham in München.
Erste klinische Daten weisen in diese Richtung. So nahm zum Beispiel in der ELITE-Studie die Gesamtmortalität von Patienten mit Herzinsuffizienz unter Losartan um 46 Prozent stärker ab als unter dem ACE-Hemmer Captopril. Als neuer Vertreter der Angiotensin-II-Ant-agonisten wurde Eprosartan (Teveten®) im Juli für die Indikation arterielle Hypertonie eingeführt. Prof. Jürgen Scholze (Berlin) stellte Eprosartan anhand einiger Daten aus der Zulassungsphase vor. Die Wirkung von Eprosartan verhielt sich im Bereich von 200 bis 800 mg/d dosispropotional und war vergleichbar der von Nifedipin SR und tendenziell dem Enalapril überlegen.
Die Senkungen des diastolischen und des systolischen Blutdrucks sind bei einmaliger oder zweimaliger täglicher Gabe identisch. Dies belegt eine 24-Stunden-Wirkung. Einflüsse von Alter, Geschlecht, Rasse oder Schweregrad der Hypertonie auf die Wirkung von Eprosartan ließen sich nicht nachweisen.
Als ein hartes, klinisch relevantes Kriterium für die Verträglichkeit bezeichnete Scholze die Abbruchrate. Sie lag unter Eprosartan bei 13 Prozent und damit nur halb so hoch wie unter Plazebo. Nebenwirkungen traten nur in geringem, mit Plazebo vergleichbarem Umfang auf. Damit unterstreichen bisherige Daten, daß Eprosartan den Anforderungen an ein modernes Hypertensivum genügt. Martin Bischoff


Kurz informiert
Sulzer an den Börsen - Sulzer Medica AG, ein weltweit tätiges Unternehmen der Medizinaltechnik mit Sitz in der Schweiz, hat im Rahmen des Börsengangs im Juli 2,3 Millionen neue Aktien ausgegeben. Der Preis pro Namensaktie betrug 350 Schweizer Franken. Die Nachfrage überstieg das Angebot nach Mitteilung des Unternehmens um das 25fache. Den Aktionären der Sulzer AG war ein Vorwegzeichnungsrecht eingeräumt worden.
Durch die Börseneinführung von Sulzer Medica wurden rund 24 Prozent des Aktienkapitals im Publikum plaziert. Der verbleibende Anteil wird von Sulzer AG gehalten. Die aus dem Börsengang resultierenden Mittel in Höhe von rund 800 Millionen Franken fließen voll der Sulzer Medica zu. Sie sollen für das Wachstum inklusive Akquisitionen, zur Stärkung und Abrundung der bestehenden Geschäftsfelder eingesetzt werden. Sulzer Medica ist ein führender Hersteller von orthopädischen Implantaten, Herzschrittmachern, Defibrillatoren, Herzklappen und Blutgefäßen. Vom Umsatz im Jahr 1996 in Höhe von zirka 1,15 Milliarden Franken entfielen 52 Prozent auf den Orthopädie-Bereich und 48 Prozent auf kardiovaskuläre Produkte. Die wichtigsten Absatzmärkte liegen in Europa (47 Prozent) und in Nordamerika (40 Prozent). Zwei Drittel der rund 4 500 Mitarbeiter sind in den USA beschäftigt. WZ

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