ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2010Arzneimittelpreise: Unausgewogen
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Der Artikel erläutert die Preisbildung für Arzneimittel in einer kurzen, idealistischen Darstellung, leider teilweise einseitig aus derzeitiger Sicht des G-BA. So ist die Berücksichtigung des individuellen Patientennutzens bei der Preisgestaltung (QALY-Konzept) und damit die entsprechende Ausrichtung der Arzneimittelforschung zum Wohle des Patienten notwendig. Die von den Autoren favorisierten Instrumente der Preisbildung (unter anderem Berücksichtigung des Aufwands der Industrie) könnten als Förderprogramm der, auch wichtigen, Schrittinnovationen zulasten echter Innovationen wirken. Diese Instrumente sind bereits in einigen Ländern, zum Beispiel der Schweiz, samt ihrer Probleme eingeführt und haben auch nicht zum Zusammenbruch der dortigen pharmazeutischen Industrie geführt.

Die „Vermarktung der VEGF-Hemmer in der Onkologie und Ophthalmologie“ als Beispiel für die Vermarktung eines Wirkstoffs für weitere Indikationen heranzuziehen, ist falsch. Es handelt sich um unterschiedliche Wirkstoffe und Produktentwicklungen aus einer gemeinsamen Grundlagenforschung. Dann könnte man auch alle COX-Inhibitoren als gleich bezeichnen.

Auf die offenen Fragen, woher verlässliche Daten bezüglich des therapeutischen Nutzens zum Zeitpunkt der Zulassung kommen sollen, wie die produktbezogenen Aufwendungen definiert und valide bestimmt werden können usw., geht der Text leider nicht ein.

Die Schlussfolgerung ist somit nicht das Ergebnis einer ausgewogenen Analyse.
Dr. Christian Behles,
Prof. Dr. Harald Schweim,
Pharmazeutisches Institut, Universität Bonn,
53121 Bonn
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