ArchivDeutsches Ärzteblatt37/1997Passivrauchen: Nach bewährtem Muster

SPEKTRUM: Leserbriefe

Passivrauchen: Nach bewährtem Muster

Wiebel, F. J.

Zu dem Beitrag "Passivrauchen: Halb so schlimm?" von Dr. Sabine Glöser in Heft 28-29/1997; ein Leserbrief ist bereits in Heft 34-35/1997 erschienen:
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LNSLNS Die Zigarettenindustrie versucht seit Jahren, die Gesundheitsgefahren durch Passivrauchen als "umstritten" darzustellen. Sie veranstaltet dazu unter dem Deckmantel wohlklingender Namen mit Regelmäßigkeit Symposien, Foren und Expertengespräche, deren einziger Zweck darin besteht, eine "kontroverse Diskussion" zu diesem Thema am Leben zu erhalten. Der jeweilige "Expertenstreit" wird dann umgehend von der Zigarettenindustrie zur Unterstützung ihrer Lobbyarbeit bei den politischen Mandatsträgern eingesetzt.
Das jüngste, krasse Beispiel für diese Bestrebungen ist das im DÄ wiedergegebene "Expertengespräch: Passivrauchen: Halb so schlimm?". Bei diesem "Gespräch" hat der Veranstalter, das Peutinger Institut für angewandte Wissenschaften GmbH, München, es nicht einmal für nötig befunden, den Anschein einer wissenschaftlichen Diskussion zu erwecken, sondern hat ungeniert zwei wissenschaftliche Exponenten der Tabakindustrie die "Kontroverse" anfachen lassen . . .
Zu der Veranstaltung in München wurde nach bewährtem Muster nur ein kleiner Kreis von Journalisten und Journalistinnen eingeladen, von denen man sich wohl eine positive Resonanz auf das "Gespräch" erhoffte. Ansonsten fand dieses hinter verschlossenen Türen statt. Es ist schlimm genug, daß die Veranstalter in der Vertreterin des DÄ eine wohlwollende Berichterstatterin vermuteten und sich darin auch nicht getäuscht haben. Vollends beklagenswert ist es, daß sich das DÄ zum Sprachrohr derart durchsichtiger Verlautbarungen der Tabaklobby macht. Das haben die deutschen Ärzte, die sich gegenwärtig um die Durchsetzung des Nichtraucherschutz-Gesetzes im Bundestag bemühen, darunter der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Karsten Vilmar, nicht verdient!
Prof. Dr. med. F. J. Wiebel, Ärztlicher Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit, e.V., Postfach 12 44, 85379 Eching
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