ArchivDeutsches Ärzteblatt37/1997Autoversicherung „Zeitwertgerechte Reparatur“

VARIA: Auto und Verkehr

Autoversicherung „Zeitwertgerechte Reparatur“

rdv

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LNSLNS Einsparungen in Höhe von fast 2,5 Milliarden DM jährlich könnte die konsequente Anwendung der "zeitwertgerechten Reparatur" in der Autohaftpflicht bringen, ohne daß dabei unfallgeschädigte Autofahrer Nachteile hätten. Gemeint ist die Verwertung kostengünstiger gebrauchter, aber einwandfreier Ersatzteile für ältere Unfallfahrzeuge. Neben der generellen Auswirkung auf die Beitragshöhe für alle Autofahrer wollen die Autoversicherer voraussichtlich ihre betroffenen Kunden finanziell auch direkt an den Einsparungen beteiligen.
Mit 73 Prozent oder etwa 18 Milliarden DM stellen die Sachschäden den Löwenanteil des gesamten Schadenaufwandes in der Autohaftpflicht. Die Autoversicherer mußten dafür 1996 rund 25,5 Milliarden DM aufbringen. Teure Neuteile - überwiegend solche wie Türen oder Kotflügel - schlagen dabei mit 44 Prozent oder fast acht Milliarden DM zu Buche. Ein etwa sechs oder sieben Jahre alter, unfallgeschädigter Pkw wird durch eine ersatzweise eingebaute neue Tür aber um keine Mark wertvoller, wie Harald Pennig, Vorsitzender der Schadenkommission der Autoversicherer, in München vor Journalisten ausführte. Die bundesweite Rücknahmeverpflichtung für Altfahrzeuge aller Autohersteller und Importeure - allein 1996 wurden 3,3 Millionen alte Pkw verschrottet - macht es nun möglich: Statt bei vereinzelten, mehr oder weniger gut sortierten Autoverwertungen stehen bei den Werken ganze "ausrangierte" Modelljahrgänge zentral zur Verfügung. Abruf über zentrale EDV
Abgleich und Abruf - beispielsweise "roter Audi 80, Baujahr ’87, rechte Vordertür" - dürften kaum Probleme machen, zumal einige Autohersteller schon einschlägig so verfahren. Die zeitwertgerechte Reparatur entspricht nach Darstellung von Harald Pennig dem geltenden Recht, nach dem jener Zustand wiederhergestellt werden muß, der vor dem Unfall bestanden hat. In Zukunft sollen Neuteile möglichst die Ausnahme für Fälle bleiben, in denen gebrauchte nicht oder nicht schnell genug zu beschaffen sind. Eine EDV-Anlage als Beschaffungszentrale mit Daten zum Autotyp, Baujahr und günstigster Anlieferung zur Werkstatt ist in die Planung schon einbezogen.
Als erstes Unternehmen will einer der großen Autoversicherer mit Standort in Stuttgart noch im laufenden Jahr probeweise mit dem neuen Reparaturverfahren beginnen. Mehrere Autohersteller sind schon interessiert. Ihnen ist der Verkauf lieber als die Verschrottung; die übrigen Autoversicherer warten gespannt auf die Akzeptanz. Die Autofahrer könnten neben dem allgemeinen Beitragseffekt auf eigene Vorteile hoffen. Harald Pennig: "Den Kunden auch direkt an den Einsparungen zu beteiligen könnte durchaus ein Weg sein." RdV
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