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LNSLNS Wir bedanken uns für den Diskussionsbeitrag des Kollegen Lippert, in dem der Autor auf eine Resistenzbestimmung für Chemotherapeutika mittels Zellkulturtests hinweist und die fehlende Erwähnung in der S3-Leitlinie Karzinom als unverständlich bezeichnet.

Hierzu sollte man zunächst aus methodischer Sicht Folgendes anmerken: Leitlinien auf der Entwicklungsstufe 3 müssen die vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse (Evidenz) explizit in ihre Empfehlungen mit einbeziehen (1). In-vitro-Resistenzbestimmungen sind beim kolorektalen Karzinom bislang nicht in ihrer klinischen Wertigkeit hinlänglich geprüft. Zum einen ist nicht geklärt, welche Resistenz-Testmethode die höchste Sensitivität und Spezifität für ein Nichtansprechen auf eine geplante Chemotherapie hat. Zum anderen liegen prospektive randomisierte Studien zum klinischen Benefit der Patienten durch eine zusätzliche Testung der Chemotherapieresistenz nicht vor. So ist bislang nicht prospektiv geprüft worden, ob durch eine Chemoresistenztestung tatsächlich Nebenwirkungen vermieden werden können und die Therapie so individualisiert werden kann. Es existiert somit keine ausreichende Evidenz für die Empfehlung einer solchen Resistenztestung.

Im Gegensatz dazu sind Gewebebiomarker wie das Onkogen k-ras als negative prädiktive Marker für Anti-EGFR-Therapien im Rahmen mehrerer prospektiver randomisierter Therapiestudien bei Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom bestätigt worden (2). Die k-ras-Mutationsanalyse ist bereits Teil der Zulassungstexte der Anti-EGFR-Antikörper Panitumumab und Cetuximab. Mit Hilfe dieses Tests können Patienten identifiziert werden, die nicht von einer solchen Therapie profitieren. Er stellt somit einen idealen Resistenztest für die Anti-EGFR-Therapie dar. Aufgrund der vorliegenden Evidenz wurde der Test bereits in die aktualisierte Leitlinie kolorektales Karzinom aufgenommen.
DOI: 10.3238/arztebl.2010.0399b

Prof. Dr. med. Wolff Schmiegel
Medizinische Klinik
Ruhr-Universität Bochum
Knappschaftskrankenhaus
In der Schornau 23–25
44892 Bochum
E-Mail: meduni-kkh@rub.de


Interessenkonflikt
Prof. Schmiegel hat Referentenhonorare von den Firmen Merck, Roche, Abbott, Amgen, Pfizer, Falk und Astra-Zeneca erhalten. Ferner erhielt er Reisekostenunterstützung von den Firmen Roche, Merck, Astra-Zeneca und wurde für seine beratende Tätigkeit von den Firmen Roche, Amgen und Astra-Zeneca honoriert. Er erhielt Forschungsprojektunterstützung von Roche und Sanofi-Aventis. Dr. Pox erhielt Honorare für Vorträge von den Firmen Falk, Astra-Zeneca und Hitachi und Reisekostenunterstützung von Roche. Herr Arnold erhielt Honorare für Vorträge von Roche, Sanofi-Aventis, Pfizer, Merck und Amgen, Reisekostenübernahme von Roche, Sanofi-Avantis, Pfizer, und Merck sowie Studienunterstützung von Roche, Sanofi-Aventis, Pfizer und Merck. Herr Porschen gibt Vortragshonorare von Sanofi-Aventis, Pfizer und Roche sowie Studienunterstützung von Roche und Sanofi-Aventis an. Prof. Rödel wurde für seine Vorträge von den Firmen Roche und Sanofi-Aventis honoriert und für Forschungsprojekte von der Firma Merck unterstützt. Frau Reinacher-Schick gibt Referentenhonorare von Amgen, Roche, Sanofi-Aventis, Pfizer sowie Projektförderung von Roche und Sanofi-Aventis an.
1.
B. Kopp IB, Lorenz W, Müller W, Selbmann HK: Methodische Empfehlungen zur Leitlinienerstellung. http://www.awmf.de
2.
Siena S, Cassidy J, Tabernero J, et al.: Randomized phase III study of panitumumab (pmab) with FOLFOX4 compared to FOLFOX4 alone as first-line treatment (tx) for metastatic colorectal cancer (mCRC): PRIME trial. Gastrointestinal Cancer Symposium 2010: Abstract No. 283.
3.
Schmiegel W, Pox C, Arnold D, Porschen R, Rödel C, Reinacher-Schick A: Clinical practice guideline: Colorectal carcinoma—The management of polyps, (neo)adjuvant therapie, and the treatment of metastases [Klinische Leitlinie Kolorektales Karzinom – Polypenmanagement, (neo)adjuvante Therapie, Therapie im metastasierten Stadium]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(51–52): 843–8. VOLLTEXT
1. B. Kopp IB, Lorenz W, Müller W, Selbmann HK: Methodische Empfehlungen zur Leitlinienerstellung. http://www.awmf.de
2. Siena S, Cassidy J, Tabernero J, et al.: Randomized phase III study of panitumumab (pmab) with FOLFOX4 compared to FOLFOX4 alone as first-line treatment (tx) for metastatic colorectal cancer (mCRC): PRIME trial. Gastrointestinal Cancer Symposium 2010: Abstract No. 283.
3. Schmiegel W, Pox C, Arnold D, Porschen R, Rödel C, Reinacher-Schick A: Clinical practice guideline: Colorectal carcinoma—The management of polyps, (neo)adjuvant therapie, and the treatment of metastases [Klinische Leitlinie Kolorektales Karzinom – Polypenmanagement, (neo)adjuvante Therapie, Therapie im metastasierten Stadium]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(51–52): 843–8. VOLLTEXT

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