ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2010Arzthaftpflicht: Schon längst prophezeit
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. . . Der Aufsatz „Der Schutz wird teurer“ beschreibt eine Situation, die wir schon zu Beginn dieses Jahrhunderts prophezeit haben. Zusammen mit der Erkenntnis, dass die für den Geschädigten ungerechte Haftpflichtregelung viele betroffene Patienten leer ausgehen lässt, hat eine von der Deutschen Sektion der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (AOI) beauftragte Arbeitsgruppe bewogen, schon damals eine verschuldensunabhängige Regelung, eine sogenannte Behandlungsschadensversicherung nach dem Muster der gesetzlichen Unfallversicherung zu fordern. In vielen Tagungen und Schriften haben wir mit namhaften Juristen und Versicherungsvertretern diskutiert. Eine ablehnende Haltung war die Regel. Auch die Bundes­ärzte­kammer hat stets eine gesetzliche Regelung abgelehnt. Da Deutschland mit einer solchen entspannenden Haftungsregelung für das Verhältnis Arbeitgeber – Arbeitnehmer, die diese Versicherung bietet, gute Erfahrungen und konkrete Regelungen für die Praxis gesammelt hat, brauchen wir nicht nach den skandinavischen Ländern zu schielen . . .

Die Diskussion um die verschuldensunabhängige Arzthaftung ist schon längst im Gange, wurde bisher aber nicht von den verantwortlichen Vertretern von Medizin und Rechtsprechung als beachtenswert eingestuft. Am Schluss Ihres Aufsatzes zitieren Sie den Kammerpräsidenten und fügen hinzu, dass er mit Sicherheit eine Diskussion zum Thema in Gang bringen wird. Diesbezüglich: Er kann sie nur fortsetzen, da die Arbeitsgruppe der AOI sie schon längst begonnen hat. Der Umgang mit der gesetzlichen Unfallversicherung als Vorbild für die Behandlungsschadensversicherung ist bei den Unfallchirurgen tägliche Praxis.
Prof. Dr. med. Sieghart Grafe, 04178 Leipzig
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