ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2010Interview: Keine einzige weitere Notfallambulanz
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Auch ein gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion sollte nicht dem plakativen Dummsprech verfallen. „Hier in Berlin gibt es alle zwei Kilometer eine Notfallambulanz, die wesentlich teurer ist als eine Ambulanz im niedergelassenen Bereich.“

Ich hoffte eigentlich, Herrn Spahns Horizont würde, mit Verlaub, weiter als von der Universitätsklinik Charité bis zum St.-Hedwig-Krankenhaus in Berlin Mitte (Entfernung ca. zwei Kilometer) reichen. Im Umkreis von 15 Kilometern um die Unfallklinik Berlin-Marzahn, dessen Chef der hochgeschätzte, in unserem Bochumer Bergmannsheil ausgebildete Prof. Axel Ekkernkamp ist, gibt es keine einzige weitere Notfallambulanz, und zwar in allen vier Himmelsrichtungen . . .

Im Übrigen war es äußerst „spahnend“ in dem Interview so viel Erschöpfendes über die im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP favorisierte Kopfpauschale und die komplette Umwälzung der GKV-Finanzierung zu hören, nämlich gar nichts. Glaubt Herr Spahn etwa, diesen kontroversen Themenkomplex aussitzen, ausschweigen oder ohne Gesichtsverlust unter den Teppich kehren zu können? . . .
Dr. med. Thomas Georg Schätzler, 44135 Dortmund
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