ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2010Rehabilitation: Rein ins Leben
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Ambulante Rehabilitation erfolgt in Deutschland, soweit die Angebote regional vorhanden sind, vor allem in dem Bereich der muskuloskelettalen Erkrankungen, wie Orthopädie/Traumatologie, zunehmend jedoch auch in der Neurologie und Kardiologie. Ambulante onkologische Rehabilitationseinrichtungen gibt es vorwiegend in Ballungszentren.

Unsere Einrichtung besteht seit 2003 und hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Erfreulicherweise zeigt sich eine hohe Akzeptanz des Angebots bei den Betroffenen . . . Zusätzlich konnte im Rahmen einer Studie zur Wirksamkeit der ambulanten onkologischen Rehabilitation, bei der mehrere stationäre und ambulante Anbieter onkologischer Rehabilitationsmaßnahmen beteiligt waren, die ambulante onkologische Rehabilitation als gleichwertig zur stationären Rehabilitation nachgewiesen werden, auch war die Patientenzufriedenheit im ambulanten und stationären Setting gleich gut . . . Die ambulante Rehabilitation bietet zusätzlich die Möglichkeit der Einbeziehung der Angehörigen sowie die Organisation von nahtlosen Angeboten über die Rehaphase hinaus.

Gerade Patienten nach der Behandlung einer Tumorerkrankung müssen nicht „mal rauskommen“, sondern sie sind bereits oft schon aus vielem rausgekommen, aus ihrer körperlichen Leistungskraft, aus ihrem seelischen Gleichgewicht, aus ihrer Alltagsstruktur und aus sinnstiftenden Elementen, wie sozialen oder beruflichen Beziehungen. Wichtig ist für diese Patienten die begleitete Rückkehr in einen wahrscheinlich neuen Alltag. Insofern ist das Motto unserer Einrichtung „Rein ins Leben“ . . .

Vor allem auch sehr geschwächte Patienten profitieren von einer entsprechend ausgestatteten ambulanten Rehabilitation, besonders nach längerem stationären Aufenthalt ist die Rückkehr in die Häuslichkeit für diese Patienten häufig ein wichtiger Aspekt in der Krankheitsbewältigung.

Die ambulante Versorgungsstruktur ermöglicht es weiterhin auch Menschen, die aus verschiedenen Gründen sonst keine Rehabilitation wahrnehmen würden, eine Reha-maßnahme zu nutzen, dazu gehören zum Beispiel Alleinerziehende, Selbstständige oder Patienten mit Migrationshintergrund.

Allerdings sind an die onkologische Rehabilitation aufgrund der Komplexität von Funktionseinschränkungen sowie den wichtigen psychosozialen Begleitfaktoren hohe Anforderungen gestellt. In den bisher durchgeführten Auswertungen im Rahmen der Qualitätssicherungsmaßnahmen konnte gezeigt werden, dass auch ambulante Rehabilitationseinrichtungen diesen Anforderungen entsprechen . . .
Literatur bei der Verfasserin

Dr. Christa Kerschgens, Vivantes Rehabilitation, 12157 Berlin
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