ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2010Meryam Schouler-Ocak: Suizide junger Migrantinnen verhindern

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Meryam Schouler-Ocak: Suizide junger Migrantinnen verhindern

Dtsch Arztebl 2010; 107(22): A-1121 / B-989 / C-977

Hibbeler, Birgit

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Meryam Schouler-Ocak. Foto: privat
Meryam Schouler-Ocak. Foto: privat
Die Suizidrate bei Menschen mit türkischem Migrationshintergrund ist niedriger als bei Deutschen. Studien zeigen: Auch nach der Auswanderung entspricht die Suizidhäufigkeit der im Herkunftsland.

Bei Mädchen und jungen Frauen mit türkischem Migrationshintergrund ist das allerdings anders: Sie nehmen sich häufiger das Leben als ihre deutschen Altersgenossinnen – die Suizidrate ist bei ihnen etwa doppelt so hoch.

Diese Zahlen haben Dr. med. Meryam Schouler-Ocak (48) auf den Plan gerufen. Sie setzt sich seit langem für psychisch kranke Migranten ein und ist als Oberärztin in der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité – Universitätsmedizin Berlin tätig. So wie viele ihrer Patienten hat auch sie einen Migrationshintergrund: Geboren in einem kleinen Dorf an der türkischen Schwarzmeerküste kam sie im Alter von sieben Jahren nach Deutschland.

Nun ist sie maßgeblich am Projekt „Suizidraten und Suizidprävention bei Berliner Frauen mit türkischem Migrationshintergrund“ beteiligt. Gefördert wird es vom Bun­des­for­schungs­minis­terium, beteiligt sind unter anderem die Charité, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und das Berliner Bündnis gegen Depression. In der Studie sollen verschiedene Interventionsmöglichkeiten evaluiert werden.

Mit der Auftaktveranstaltung am 22. Juni an der Charité startet eine Aufklärungskampagne mit dem Titel „Beende Dein Schweigen, nicht Dein Leben“. Geplant sind Plakate, Radiospots und eine Krisenhotline. Zugleich wird die Homepage www.beende-dein-schweigen.de freigeschaltet. Birgit Hibbeler
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