ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2010Jürgen Schäfer: Der deutsche Dr. House

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Jürgen Schäfer: Der deutsche Dr. House

Dtsch Arztebl 2010; 107(22): A-1121 / B-989 / C-977

Richter-Kuhlmann, Eva

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Jürgen Schäfer. Foto: privat
Jürgen Schäfer. Foto: privat
Bundesweit bekannt ist er als der „deutsche Dr. House“. „Dabei habe ich lediglich ungewöhnliche Wege innerhalb der Lehre beschritten“, erklärt Prof. Dr. med. Jürgen Schäfer bescheiden. Gleichzeitig räumt der Kardiologe am Marburger Universitätsklinikum ein, dass er in der Tat ein Fan der US-amerikanischen Klinikserie „Dr. House“ sei. „Dienstagabend pünktlich Viertel nach neun sitze ich mit meiner Frau, einer Gastroenterologin, vor dem Fernseher“, erzählt er dem Deutschen Ärzteblatt.

Auf diese Weise wurde vor zwei Jahren auch die Idee geboren: das klinische Seminar „Dr. House revisited – oder: Hätten wir den Patienten in Marburg auch geheilt?“. Jeweils am Mittwoch nach der Fernsehserie arbeitet Schäfer mit seinen Studierenden die Fälle von Dr. House noch einmal auf. Unterfüttert ist das Seminar mit kurzen Szenen aus der Serie. „Wir treffen uns jedoch nicht zum Fernsehen“, betont Schäfer. Die Krankheitsbilder seien gut recherchiert, oftmals identisch mit Kasuistiken aus dem „New England Journal“ und tatsächlich von klinischer Bedeutung.

Die Persönlichkeit von Dr. House entspreche allerdings nicht dem Marburger Arztbild, ergänzt der Internist. „Die Serie ist nur der Türöffner für die Lehre. Die Studierenden fangen Feuer und kleben einem dann quasi an den Lippen.“ Mittlerweile hat Schäfers „Dr.-House-Seminar“ über Marburg hinaus ähnliche Lehrprojekte in Gang gesetzt. Für seine Leistung wird Schäfer am 3. Juni mit dem Ars-legendi-Fakultätenpreis für exzellente Lehre in der Medizin im Rahmen des Medizinischen Fakultätentages ausgezeichnet. Eva Richter-Kuhlmann
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