ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2010Funkknoten: Blutkonserven überwachen

TECHNIK

Funkknoten: Blutkonserven überwachen

Krüger-Brand, Heike E.

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Künftig überwacht ein Funkknoten ständig die Temperatur von Blutkonserven. Foto: Universitätsklinikum Erlangen
Künftig überwacht ein Funkknoten ständig die Temperatur von Blutkonserven. Foto: Universitätsklinikum Erlangen
Blut ist eine wertvolle Ressource. Dennoch werden von den circa 4,5 Millionen Spenden jährlich viele wegen Fehlplanungen oder Unbrauchbarkeit entsorgt. Dies ist nicht nur aus medizinischer, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht untragbar, denn Blutkonserven kosten zwischen 80 und 450 Euro.

Intelligente Funkknoten könnten künftig die Überwachung von Blutkonserven oder das Geräte-management in Krankenhäusern übernehmen. Werden bei Operationen für den Notfall bereitge-haltene Blutkonserven nicht gebraucht, können sie nur dann wiederverwendet werden, wenn die Kühlkette eingehalten wurde. Bisher war es jedoch schwierig, dies zu überprüfen. Mit einem Funkknoten am Blutbeutel ist es möglich, die Temperatur permanent zu kontrollieren. Auch die Sicherheit sollen die Funkknoten erhöhen: Funkknoten an der Blutkonserve und an einem Armband, das der Patient trägt, tauschen Informationen aus. Passt das Spenderblut nicht zu dem des Patienten, ertönt ein Warnsignal.

Entwickelt haben die Lösung Forscher am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS (www.iis.fraunhofer.de) und der Fraunhofer-Arbeitsgruppe SCS mit den Partnern T-Systems, Vierling, Delta-T und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Das Projekt wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Im Gegensatz zu RFID-Tags (kurz für Radio Frequency Identification) sollen durch die intelligenten Funkknoten keine Störungen der medizinischen Geräte im Krankenhaus möglich sein. Während die Sendeleistung zum Lesen der RFID-Tags bis zu zwei Watt beträgt, senden die Funkknoten lediglich im Milliwattbereich. Der Grund: RFID-Tags bestehen nur aus Speicher und Antenne. Sollen sie ausgelesen werden, muss man sie durch das Lesegerät aktivieren. Die Funkknoten dagegen sind ein aktives Funksystem mit Batterie und einer eigenen Recheneinheit. Sie können permanent Informationen sammeln und Aktionen auslösen.

Das System basiert auf einer Plattform, die die Forscher an verschiedene Anwendungen anpassen können. Damit optimieren die Funkknoten auch das Gerätemanagement in Krankenhäusern: Spritzenpumpen und Herzmonitore etwa werden oft zwischen den Abteilungen weitergereicht. Ärzte und Schwestern müssen sich daher bei Bedarf auf die Suche machen. Dies hat künftig ein Ende: Mit den Funkknoten versehen, melden die Geräte ihre Position automatisch.

Seit Januar 2010 läuft ein sechsmonatiger Testbetrieb in der Universitätsklinik Erlangen. In etwa zwei Jahren könnte das System „Opal-Health“ einsatzbereit sein. KBr
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