Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Wir danken den Kommentatoren für die zustimmenden Zuschriften und die Hinweise auf weitere Punkte, die im Zusammenhang mit multiplem Testen zu beachten sind.

Leider wird es nicht möglich sein, die selektive Berichterstattung von sekundären Zielvariablen mit „schönen“ p-Werten immer zu erkennen. Hier kann man nur an die Autoren zur Ehrlichkeit für den Nutzen der Forschung appellieren und an die Reviewer, Editoren und Leser zum kritischen Hinterfragen, ob andere als die ursprünglichen Hypothesen berichtet werden, und in welcher Anzahl Tests durchgeführt wurden.

Was die p-Werte von Korrelationskoeffizienten betrifft, so besteht dabei ganz unabhängig vom multiplen Testen das Problem, dass es sich um einen Test auf Abweichung des Korrelationskoeffizienten von null (Nullhypothese: r = 0) handelt. Auch eine sehr schwache Korrelation kann so, wie vom Kommentator angemerkt, einen kleinen p-Wert erhalten (gegeben bei ausreichender Fallzahl), da sie eben keine Korrelation von null ist. Dies wird häufig bei der Interpretation solcher p-Werte von Korrelationskoeffizienten nicht berücksichtigt.

Man muss das Ergebnis immer auch im Hinblick auf seine klinische Relevanz beurteilen. Ein p-Wert ist dafür kein Maß, er dient nur zur Abschätzung, ob die Irrtumswahrscheinlichkeit unter einer vorgeschriebenen Grenze liegt. Der Effekt muss also als Wert (zum Beispiel Median, Mittelwert, relative Häufigkeit oder ähnliche) bewertet werden. Leider ist es so, dass mit multiplem Testen auch eine Überschätzung der Effekte einhergeht. Diese Überschätzung wird nicht mit der Korrektur des Niveaus oder der p-Werte für multiples Testen behoben.
DOI: 10.3238/arztebl.2010.0417c

Dr. rer. physiol. Anja Victor
Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik
Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
Obere Zahlbacher Straße 69
55131 Mainz
E-Mail: victor@imbei.uni-mainz.de

Interessenkonflikt
Die Autoren aller Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt im
Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors
besteht.
1.
Victor A, Elsäßer A, Hommel G, Blettner M: Judging a plethora of p-values: How to contend with the problem of multiple testing — Part 10 of a series on evaluation of scientific publications [Wie bewertet man die p-Wert-Flut? Hinweise zum Umgang mit dem multiplen Testen – Teil 10 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher
Publikationen]. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(4): 50–6.
VOLLTEXT
1.Victor A, Elsäßer A, Hommel G, Blettner M: Judging a plethora of p-values: How to contend with the problem of multiple testing — Part 10 of a series on evaluation of scientific publications [Wie bewertet man die p-Wert-Flut? Hinweise zum Umgang mit dem multiplen Testen – Teil 10 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher
Publikationen]. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(4): 50–6.
VOLLTEXT

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Anzeige