ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2010Rezidivierende Angioödeme mit potenzieller Erstickungsgefahr

MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Rezidivierende Angioödeme mit potenzieller Erstickungsgefahr

Recurrent Angioedema and the Threat of Asphyxiation

Dtsch Arztebl Int 2010; 107(23): 408-14; DOI: 10.3238/arztebl.2010.0408

Bork, Konrad

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Hintergrund: Rezidivierende Angioödeme treten an der Haut, seltener an Zunge, Magen-Darm-Trakt und Larynx auf. Das gleiche klinische Symptom „Angioödem“ gehört zu verschiedenen Krankheitsentitäten. Eine Erstickung durch ein Ödem mit Verschluss der oberen Luftwege kommt selten vor, ist jedoch ein beständiges Risiko dieser Patienten.

Methoden: Selektive Literaturrecherche; eigene klinische Erfahrungen des Autors basieren auf jahrzehntelanger Betreuung zahlreicher Patienten in einer speziellen Angioödem-Sprechstunde.

Ergebnisse: Das hereditäre Angioödem durch C1-Esterase-Inhibitor-Mangel ist besonders gut erforscht, fast alle Stufen vom ursächlichen Gendefekt bis zum Symptom Angioödem sind bekannt. Bradykinin ist der wichtigste Mediator. Neuartige Therapieoptionen (Icatibant, Heimselbstbehandlung sowie Langzeitbehandlung mit C1-Inhibitor-Konzentrat) haben hier zu einer verbesserten Situation geführt. Seit einigen Jahren ist eine weitere Form des hereditären Angioödems bekannt, die nicht auf einem Mangel an C1-Inhibitor beruht, sondern auf Mutationen im Gerinnungsfaktor XII oder auf noch unbekannten genetischen Veränderungen. Die medikamentöse Therapie unterscheidet sich bei den verschiedenen Angioödemkrankheiten wesentlich. Im Notfall eines fortgeschrittenen und vital bedrohlichen Verschlusses der oberen Luftwege sind sofortige Maßnahmen zum Offenhalten der oberen Luftwege notwendig.

Schlussfolgerung: Voraussetzung für eine adäquate Therapie der rezidivierenden Angioödeme ist eine diagnostische Zuordnung zu einer der Formen der hereditären oder erworbenen Angioödeme

LNSLNS

Als Angioödeme (oder auch Quincke-Ödeme) bezeichnet man 1 bis 7 Tage andauernde Ödeme, die in unregelmäßigen Abständen rezidivieren. Zielorgane sind Haut, Zunge, Glottis beziehungsweise Larynx, Magen-Darm-Trakt und eventuell andere Weichteilorgane. Das gleiche klinische Symptom „Angioödem“ gehört zu verschiedenen Krankheitsentitäten (Kasten 1 gif ppt, Grafik 1 gif ppt). In Deutschland leiden nach Schätzung des Autors mehrere Tausend Patienten an einer der Formen der rezidivierenden Angioödeme. Selten zwar, doch immer wieder kommen hierbei plötzliche Erstickungsfälle vor (1). Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, auf die unterschiedlichen Krankheitsbilder der rezidivierenden Angioödeme und das praktische Vorgehen hinzuweisen und die neueren Entwicklungen auf diesem Gebiet darzustellen. Für die Literaturrecherche wurde „PubMed“ benutzt (Schlagwörter: angioedema, C1-inhibitor deficiency).

Hereditäres Angioödem durch C1-Inhibitor-Mangel

Bei dieser Erkrankung konnten bis heute fast alle pathogenetischen Schritte zwischen dem ursächlichen Gendefekt und dem klinischen Symptom „Angioödem“ aufgeklärt werden. Außer den bisher bekannten gibt es neuartige Therapieoptionen, die in verschiedene Stufen der Pathogenese eingreifen.

Epidemiologie

Die Prävalenz des hereditären Angioödems (HAE) durch C1-INH-Mangel (HAE-C1-INH) dürfte bei etwa 1 : 50 000 liegen (2). In Deutschland sind etwa 1 200 Patienten mit dieser Krankheit diagnostiziert. Frauen und Männer sind, soweit bekannt, gleich häufig betroffen, bei Frauen ist die Krankheit im Durchschnitt allerdings stärker ausgeprägt (3).

Genetik

Das HAE-C1-INH wird autosomal dominant vererbt. Das Gen, das den C1-Esterase-Inhibitor (C1-INH) codiert, liegt auf dem langen Arm des Chromosoms 11 in der Subregion q12–q13.1 und besteht aus 8 Exons und 7 Introns. Durch neue Techniken zur Erkennung von Mutationen sind inzwischen Mutanten bekannt, bis heute sind es mehr als 200 (e1, e2). Patienten mit HAE Typ 1 (85 % der Patienten) besitzen ein normal exprimiertes C1-INH-Gen und ein abnormales oder deletiertes Gen, das nicht exprimiert wird. Patienten mit einem HAE Typ II besitzen ebenfalls ein normales Gen, das andere Gen ist abnormal und wird exprimiert, es führt zur Synthese eines dysfunktionellen C1-INH. Der HAE Typ II (15 % der Patienten) entsteht durch Punktmutationen im C1-INH-Gen. Bei etwa 20 % der Patienten liegen Neumutationen vor.

Pathogenese

Der C1-INH (Kasten 2 gif ppt) kontrolliert die spontane Autoaktivierung der ersten Komplement-Komponente (C1) ebenso wie aktiviertes C1. Ein Mangel an funktionellem C1-INH führt zu einer Aktivierung der Anfangsphase des Komplementsystems, und hieraus folgt eine permanente Verminderung von C4 im Plasma. Heute ist bekannt, dass jedoch nicht die inhibitorische Wirkung des C1-INH auf das Komplementsystem, sondern diejenige auf das Kallikrein-Kinin-System die wesentliche pathogenetische Rolle beim HAE-C1-INH spielt (Grafik 2 gif ppt). Der C1-INH ist für die Inhibition des größten Teils von Plasmakallikrein und Faktor XIIa verantwortlich und ist hierdurch der wichtigste Regulator der Aktivierung des Kallikrein-Kinin-Systems. Bei akuten Attacken eines HAE wird Kallikrein durch den Mangel an C1-INH nicht ausreichend inhibiert, es kommt es zu einer Aktivierung des Kallikrein-Kinin-Systems (Kontaktsystems), und am Ende der Kaskade entsteht vermehrt Bradykinin, der Hauptmediator der vaskulären Permeabilitätserhöhung und damit der Ödeme des HAE-C1-INH.

Klinische Symptome

Klinisch ist das HAE-C1-INH durch rezidivierende Schwellungen der Haut (Extremitäten, Gesicht, Genitale), durch Magen-Darm-Attacken (schmerzhafte Bauchkrämpfe, eventuell Kreislaufsymptome, Vomitus, Diarrhöen) sowie durch Ödeme des Larynx und weiterer Organe gekennzeichnet (Abbildung 1 jpg ppt), (35). Todesfälle betreffen am ehesten Patienten, deren Krankheitsbild nicht diagnostiziert wurde (1, 5).

Verlauf

Das HAE-C1-INH manifestiert sich am häufigsten in der ersten, häufig aber auch in der zweiten Lebensdekade, bei wenigen Patienten auch später. Danach kommt es zu rezidivierenden Ödemattacken, deren Frequenz von Patient zu Patient beträchtlich variiert. In einer Untersuchungsserie hatten etwa 70 Prozent der Patienten 12 oder weniger Attacken jährlich und 30 Prozent mehr als 12 Attacken (2).

Auslöser der Ödemattacken

Ein Teil der Attacken wird durch Traumen, Druck, psychische Stresssituationen, Menstruation, Ovulation und Infektionskrankheiten ausgelöst. Die Neigung zu Ödemattacken kann massiv durch die Einnahme von ACE-Hemmern verstärkt werden; diese sind beim HAE kontraindiziert. Auch die Einnahme von ATII-Rezeptor-Blockern kann die Neigung zu Ödemattacken verstärken, allerdings seltener. In gleicher Weise können sich die Attacken bei Frauen häufen, die östrogenhaltige Antikonzeptiva oder Östrogene als hormonale Substitutionstherapie erhalten (e4).

Diagnostik

Die Laboratoriumsdiagnostik sollte bei klinischem Verdacht folgende Parameter umfassen:

  • C1-INH-Konzentration
  • C1-INH-Aktivität
  • C4
  • bei Verdacht auf einen erworbenen C1-INH-Mangel zusätzlich auch C1q, CH50 sowie Auto-Antikörper gegen C1-INH.

Die Diagnose HAE-C1-INH ergibt sich aus den rezidivierenden Schwellungen der Haut, den abdominalen Schmerzattacken, dem Larynxödem und der positiven Familienanamnese in Verbindung mit den zugehörigen Laborbefunden, also der verminderten C1-INH-Aktivität und (meist) -Konzentration sowie dem verminderten C4 im Plasma. Genetische Untersuchungen sind möglich. Familienuntersuchungen, zumindest der nahen Blutsverwandten, sind erforderlich.

Therapie

Das HAE-C1-INH ist eine komplexe Krankheit, die bei stärkerer Ausprägung vielfältig in das Leben der Betroffenen eingreift. Die medikamentöse Therapie erfolgt bei vielen Patienten gemäß der Natur der Krankheit über viele Jahre, Jahrzehnte oder lebenslang. Therapieziele sind:

  • Vermeidung einer Erstickung des Patienten
  • Linderung der Symptomatik.

Da eine plötzlich (innerhalb von Stunden) eintretende Erstickung in jedem Lebensalter erfolgen kann und nahezu immer unvorhergesehen auftritt, ist die Übernahme der Behandlung eines Patienten mit HAE-C1-INH durchaus verantwortungsvoll. Eine umfangreiche, detaillierte Aufklärung des Patienten über die Symptome, insbesondere Anfangssymptome, eines Larynxödems (wie Kloßgefühl, Schluckbeschwerden, Stimmveränderungen, beginnende Dyspnoe) ist obligat, ebenso sollte der Patient über einen Plan verfügen, was bei diesen Symptomen zu erfolgen hat. In gleicher Weise sind Familienangehörige über die Erkrankung und die erforderlichen Maßnahmen zu informieren. Da alle diese Maßnahmen wichtig und zeitaufwendig sind, ist es ratsam, die Erfahrungen eines HAE-Behandlungszentrums zu nutzen. Im Idealfall ein HAE-Patient wohnortnah durch den Hausarzt beziehungsweise behandelnden Arzt in Zusammenarbeit mit einem HAE-Behandlungszentrum betreut. Die beiden größten Behandlungszentren in Deutschland, in denen überdies jahrzehntelange Erfahrungen mit HAE-Patienten bestehen, sind die Hautklinik der Universität Mainz und die Universitätskinderklinik Frankfurt am Main.

Therapie der akuten Ödemattacken

Indikation

Geringfügige Schwellungen der Hände und Füße sind im allgemeinen nicht behandlungsbedürftig. Gesichtsschwellungen des HAE sollten behandelt werden, da relativ häufig danach ein Larynxödem auftritt. Bei milden Abdominalattacken kann die Behandlung mit krampflösenden Suppositorien ausreichen. Die meisten abdominalen Attacken sind stark schmerzhaft, so dass eine Behandlung mit C1-Inhibitor-Konzentrat oder Icatibant erforderlich wird. Patienten mit einem hereditären Angioödem im Kopfbereich mit Ödem des Pharynx oder Larynx sind wegen der drohenden Erstickungsgefahr ein Notfall und sollten unverzüglich stationär behandelt werden. Die Therapie bei einem Larynxödem richtet sich danach, wie weit das Larynxödem fortgeschritten ist. Bei vital bedrohlicher Dyspnoe sollte unverzüglich eine Intubation, auch unter Benutzung einer Fiberoptik, oder im äußersten Notfall eine Koniotomie erfolgen. Die medikamentöse Therapie der Wahl ist die Behandlung mit einem C1-INH-Konzentrat oder mit Icatibant.

C1-INH-Konzentrat

Intravenös gegebenes, humanes C1-INH-Konzentrat hat sich bei akuten Attacken als sicher und hochwirksam erwiesen. In Deutschland besteht eine 30-jährige Erfahrung hiermit (e5). In einer Reihe von Beobachtungsstudien wurde die Sicherheit und Wirksamkeit bei Larynxödemen (6, e6), Bauchschmerzattacken (7) und Hautschwellungen (8) des HAE-C1-INH nachgewiesen. Eine kontrollierte und randomisierte Studie hierzu wurde 1996 publiziert (9). Eine weitere Studie, eine Studie zur Zulassung von Berinert in den USA, wurde kürzlich publiziert (10). Unerwünschte Wirkungen sind selten (bei < 1/1 000 Anwendungen) und umfassen allergisch-anaphylaktische Reaktionen und/oder eine Temperaturerhöhung.

Bei akuten Attacken ist eine frühzeitige Injektion empfehlenswert. Ein Teil der Patienten injiziert sich das Präparat inzwischen selbst oder lässt es sich von nahen Angehörigen injizieren, nach entsprechender vorheriger Schulung (Heimselbstbehandlung) (11, e7).

Icatibant

Icatibant ist ein Bradykinin-B2-Rezeptorantagonist, in seiner Struktur ähnlich dem Bradykinin. Durch eine Antagonisierung der Bindung von Bradykinin an den Rezeptor kann eine akute Attacke eines HAE durch C1-INH-Mangel behandelt werden. In einer nichtkontrollierten (12) und zwei kontrollierten und randomisierten Studien (Zulassungsstudien mit 130 Patienten, Publikation in Vorbereitung) erwies sich das subkutan injizierbare Icatibant als wirksam und sicher bei akuten Attacken des HAE-C1-INH. Eine erste subjektive Symptombesserung trat durchschnittlich nach 48 Minuten auf, eine erste klinisch relevante Besserung wurde im Median nach 2 bis 2,5 Stunden beobachtet. Unerwünschte Wirkungen umfassten Reaktionen am Injektionsort wie Rötung, Quaddel und Schmerz (bei > 1/10 Anwendungen) und eine Reihe nichtschwerwiegender Reaktionen einschließlich Übelkeit, Bauchschmerzen und verstopfter Nase (bei < 1/10 und > 1/100 Anwendungen). Icatibant ist seit Juli 2008 in den Ländern der Europäischen Union zugelassen.

Frisches Gefrierplasma

Frisches Gefrierplasma (FFP) ist durch seinen Gehalt an C1-INH ebenfalls bei akuten Attacken eines HAE durch C1-INH-Mangels wirksam (13). FFP enthält allerdings auch Proteine des Kallikrein-Kinin-Systems, so dass durch diese vermehrt Bradykinin entstehen könnte, was eventuell auch zu einer Verschlechterung der Attacke führen könnte. Durch diese und weitere Nachteile sollte in Deutschland, wo C1-INH-Konzentrat und Icatibant verfügbar sind, auf eine Behandlung mit FFP nach Möglichkeit verzichtet werden.

Medikamente in Entwicklung

Ecallantide ist ein synthetischer Kallikrein-Inhibitor, der sich in mehreren klinischen Studien als hochwirksam bei akuten HAE-Attacken erwies. Weiterhin wurde ein rekombinanter C1-INH entwickelt, der aus der Milch transgener Kaninchen gewonnen wird. Auch er zeigte eine sehr gute Wirksamkeit bei Attacken eines HAE-C1-INH. Nicht wirksam sind Kortikosteroide, Antihistaminika oder Adrenalin beziehungsweise Adrenalinderivate.

Langzeittherapie zur Vermeidung von Ödemattacken

Attenuierte Androgene

Für eine Langzeitprophylaxe lassen sich Androgenderivate einsetzen, insbesondere Danazol, Stanozolol und Oxandrolon. Die Wirksamkeit der Androgene ist hoch, in einer 2008 publizierten Studie waren 46 % der Patienten unter Danazol vollkommen erscheinungsfrei oder hatten eine oder weniger Attacken pro Jahr, die durchschnittliche jährliche Attackenfrequenz lag bei 33,3 vor und bei 5,4 unter der Danazol-Behandlung (14). Attenuierte Androgene besitzen jedoch bei Langzeitbehandlung zahlreiche mögliche unerwünschte Wirkungen, wie Gewichtszunahme (bei etwa 40 % der Behandelten), Menstruationsstörungen (bei etwa 30 % der behandelten Frauen) und Virilisierung (bei etwa 40 % der behandelten Frauen), Hepatotoxizität, hepatozelluläre Tumoren), so dass Nutzen und Risiko abgewogen werden müssen (14, e8). Regelmäßige Kontrolluntersuchungen hinsichtlich aller unerwünschten Wirkungen sind erforderlich (14).

Tranexamsäure

Zwei antifibrinolytische Agenzien haben sich in der Langzeittherapie des HAE-C1-INH als wirksam erwiesen, Epsilonaminocapronsäure und Tranexamsäure, die besser verträglich ist. Die Wirksamkeit von Tranexamsäure ist bei Erwachsenen im Allgemeinen deutlich geringer als die von attenuierten Androgenen.

C1-INH-Konzentrat

C1-INH-Konzentrat lässt sich auch zur Langzeitprophylaxe einsetzen (15, 16, e9). Eine solche Behandlung sollte auf besonders schwere Krankheitsfälle beschränkt bleiben.

Prognose

Bevor geeignete diagnostische und therapeutische Möglichkeiten bestanden, war die Letalität des HAE hoch, in einzelnen Familien erreichte sie 25 bis 50 %. Die Todesursache ist nahezu immer die Erstickung durch ein Larynxödem. Heute sind Todesfälle selten, kommen jedoch vor (1).

Weitere Entitäten der Angioödeme

Hereditäres Angioödem mit normalem C1-INH

Bei dieser ebenfalls familiären Form der Angioödeme (HAE Typ III) weisen die Betroffenen (fast immer Frauen) einen normalen C1-INH im Plasma auf (17, e10). Östrogene, also orale Antikonzeptiva, Schwangerschaft und hormonale Ersatztherapie, spielen vielfach eine besondere Rolle als Auslöse- und Verstärkerfaktoren. Bei einem Teil der Patienten wurden Mutationen im Faktor-XII-Gen nachgewiesen (18, e11).

Angioödeme durch erworbenen Mangel an C1-INH

Dies betrifft eine Gruppe von Angioödempatienten, deren Mangel an C1-INH auf einem erhöhten Katabolismus des C1-INH beruht. C1q findet man dementsprechend meist erniedrigt. Die Symptomatik entspricht der des HAE-C1-INH (19). Bei einem nicht geringen Teil dieser Patienten liegen B-Zell-Störungen zugrunde, wie zum Beispiel eine monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz oder maligne Lymphome, und nicht ganz selten werden diese durch die Angioödemdiagnostik entdeckt. Bei einem Teil der Patienten werden Autoantikörper gegen C1-INH (e12) nachgewiesen.

Angioödeme durch ACE-Hemmer oder andere Medikamente

ACE-Hemmer führen bei etwa 0,1 bis 2,2 % der Behandelten zu rezidivierenden Angioödemen, oft Gesichtsschwellungen oder Zungenödeme (20, 21, e13). Todesfälle durch Erstickung infolge eines Verschlusses der oberen Luftwege wurden mehrfach mitgeteilt (22, e14). Die Zeitdauer zwischen Medikationsbeginn und dem Auftreten der ersten Angioödeme kann Monate bis mehrere Jahre betragen, so dass der ursächliche Bezug der Angioödeme zu den auslösenden ACE-Hemmern manchmal erst spät erkannt wird. Durch den enorm hohen Verbrauch von ACE-Hemmern in Deutschland sind Angioödeme durch ACE-Hemmer nicht selten. ATII-Rezeptorblocker können ebenfalls gleichartige Angioödeme auslösen, allerdings seltener. Aspirin und zahlreiche weitere Medikamente sind ebenfalls als Auslöser bekannt.

Rezidivierende Angioödemie bei chronischer Urtikaria

Mehr als 50 Prozent der Patienten mit einer chronisch rezidivierenden Urtikaria berichten über das gelegentliche oder häufige Auftreten von Angioödemen (23), Angioödeme sind damit ein fakultatives Symptom dieser Krankheit. Angioödeme bei chronisch rezidivierender Urtikaria sprechen zumeist gut auf Kortikosteroide und Antihistaminika an. Aufgrund der Häufigkeit der chronisch rezidivierenden Urtikaria (circa 1 % bis 5 % der Bevölkerung sind betroffen) sind die Urtikaria-assoziierten Angioödeme besonders häufig (e15, e16).

Rezidivierende idiopathische Angioödeme

Dies sind Angioödeme, die keiner der anderen Angioödemformen zuzuordnen sind, es handelt sich um eine Ausschlussdiagnose. Bei diesen Patienten sind keine weiteren Familienangehörigen betroffen, ein C1-INH-Mangel liegt nicht vor, und die Angioödeme sind nicht auf Medikamente oder sonstige Auslöser zurückzuführen. Die Kenntnisse über die Pathogenese und Therapie dieser Angioödemform sind bis heute gering (23, 24).

Angioödeme bei allergischer oder pseudoallergischer Reaktion

Angioödeme, meist Gesichtsschwellungen, treten auch als Symptom akuter allergischer oder pseudoallergischer Reaktionen auf (24, 25). Sie sind dann häufig, aber nicht immer, verbunden mit einer Urtikaria oder, seltener, mit der Symptomatik eines anaphylaktischen Schocks. Diese Form der Angioödeme spricht ebenfalls auf Kortikosteroide und Antihistaminika an. Meistens handelt es sich um ein einmaliges Ereignis, Rezidive entstehen nur bei wiederholter Exposition. Auslöser sind meist Nahrungsmittel, Medikamente und Insektenstiche.

Praktisches Vorgehen bei Angioödemen

Bei der Behandlung von Patienten mit Verdacht auf Vorliegen eines Angioödems können folgende Hinweise hilfreich sein.

  • Stellt sich ein Angioödempatient im Intervall zwischen zwei Schwellungen vor, so sollte die Zeit bis zur nächsten Schwellung nach Möglichkeit für die Diagnostik genutzt werden, damit eine Zuordnung zu einer der Angioödemkrankheiten erfolgen kann. Dies dient dazu, bei den nächsten Schwellungen die adäquate Therapie wählen zu können; eine falsche Therapie könnte zu lebensbedrohlichen Situationen führen.
  • Stellt sich ein Patient mit einem akuten Angioödem vor, ist zunächst zu beurteilen, wie bedrohlich die Symptomatik ist. Larynxödeme und Zungenödeme sind potenziell lebensbedrohlich. Akut lebensbedrohliche Situationen mit hochgradiger Dyspnoe erfordern Sofortmaßnahmen zum Offenhalten der Atemwege (Intubation, eventuell perkutane Punktion der Trachea beziehungsweise des Ligamentum cricothyreoideum, notfalls Koniotomie beziehungsweise Tracheotomie).

Eine Gesichtsschwellung beziehungsweise Lippenschwellung ist nicht bedrohlich, doch sollte bedacht werden, dass sich eventuell ein Larynxödem an eine Gesichtsschwellung anschließen kann. Extremitätenschwellungen sind nicht lebensbedrohlich, schmerzhafte Abdominalattacken ebenfalls nicht.

Die medikamentöse Therapie unterscheidet sich bei den verschiedenen Angioödemformen, weshalb erfragt werden sollte, welche Angioödemform gegebenenfalls bereits diagnostiziert wurde. Patienten mit einem HAE-C1-INH sind im allgemeinen mit einem Notfallausweis ausgestattet, der über die Therapie informiert. Diese Vorinformationen sollten unbedingt beachtet werden, dem Autor sind zahlreiche Erstickungsfälle und „Beinahe-Erstickungen“, gerade bei Patienten mit HAE-C1-INH, bekannt, die darauf zurückzuführen waren, dass die mitgebrachten Unterlagen mit eindeutigen Informationen über Diagnose und Therapie nicht beachtet wurden. Wichtig ist, dass Kortison und Antihistaminika bei mehreren Formen der Angioödeme eindeutig unwirksam (HAE-C1-INH, HAE mit normalem C1-INH, Angioödeme durch erworbenen C1-INH-Mangel, Angioödeme durch ACE-Hemmer) und bei anderen nur fraglich wirksam sind. Unwirksamkeit kann dazu führen, dass wertvolle Zeit für eventuell notwendig werdende Notfallmaßnahmen verloren geht.

Liegen keine Vorinformationen vor, so ist ein Behandlungsversuch mit hochdosierten Kortikosteroiden und Antihistaminika gerechtfertigt, allerdings mit Nachbeobachtung des Patienten. Nach Abklingen der akuten Symptomatik sollte sich eine Angioödemdiagnostik anschließen. Weiterführende Informationen befinden sich in Kasten 3 (gif ppt).

Interessenkonflikt

Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des >International Committee of Medical Journal Editors besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 14. 4. 2009, revidierte Fassung angenommen: 31. 8. 2009

Anschrift des Verfassers
Prof. Dr. med. Konrad Bork
Universitäts-Hautklinik
Langenbeckstraße 1
55131 Mainz
E-Mail: bork@hautklinik.klinik.uni-mainz.de

Summary

Recurrent Angioedema and the Threat of Asphyxiation

Background: Recurrent angioedema may affect the skin or, less commonly, the tongue, gastrointestinal tract, and larynx. Angioedema is a clinical sign that can be produced by a variety of diseases. Asphyxiation due to edematous obstruction of the upper airway is rare, but, for the affected patients, it is a permanent risk.

Methods: Review of the literature based on a selective search and the authors’ decades of experience treating patients with angioedema in a dedicated ambulatory care unit.

Results: Hereditary angioedema due to C1 esterase inhibitor deficiency has been intensively studied, and nearly all steps in its pathogenesis are known, from the causative gene defect all the way to the clinical presentation of angioedema. Bradykinin is the main mediator in this pathway. New treatment options (icatibant; C1-inhibitor concentrate for self-administration and long-term treatment) have helped patients considerably. In recent years, a new type of hereditary angioedema has been described, resulting not from a lack of C1 inhibitor, but rather from mutations of coagulation factor XII or other, as yet unidentified genetic abnormalities. There are major differences in the pharmacological treatment of the different diseases that cause angioedema. In an emergency, when severe upper airway obstruction can be life-threatening, immediate treatment is needed to keep the upper airway open.

Conclusion: In patients with recurrent angioedema, the diagnostic classification of the underlying disorder as a particular type of hereditary or acquired angioedema is a prerequisite for appropriate treatment.

Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit2310

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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