ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2010Hausärztemangel: Erstaunt
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Mit Erstaunen habe ich den Leitartikel gelesen. Der drohende Ärztemangel ist doch nicht auf eine bisher mangelhafte Ausbildung im Fach Allgemeinmedizin zurückzuführen, sondern auf eine (politisch gewollte oder zumindest tolerierte) Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und Zukunftsaussichten für den niedergelassenen oder angestellten Arzt. Solange der Beruf des Arztes besonders in der freien Praxis durch staatliche Vorgaben, Budgetierungen und Eingriffe der Krankenkassen immer weiter in seiner Behandlungs- und Handlungsfreiheit eingeschränkt wird, sinkt die Attraktivität, diesen Beruf zu ergreifen. Erst die Verbesserung der Rahmenbedingungen wird die Zukunftsfähigkeit des Berufes verbessern und mehr Medizinstudenten überzeugen können, sich in die Niederlassung zu begeben. Hier geht es um die eigene Gestaltungsfreiheit im Beruf, Selbstbestimmung in einem freien Beruf und um ein zukunftsfähiges Berufsbild mit einem der Verantwortung und dem persönlichen Einsatz angemessenen Einkommen. Eine Pflicht-PJ-Veranstaltung oder eine reine Imagepflege des Fachs Allgemeinmedizin kann und wird den Trend der Studenten weg vom klassischen Hausarzt nicht umkehren. Die eigentliche Ursache des Übels wird ignoriert.

Dr. Dr. Frank Schmidt, 91301 Forchheim

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