ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2010Hausärztemangel: Zurück zu den Vorfahren
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Die Autorin geht davon aus, dass die Vorschläge des niedersächsischen Sozialministeriums . . . eine Verbesserung des deutschen Ärztemangelproblems mit sich bringen könnten. Sie übersieht dabei aber, dass dieses Problem nicht nur die Hausärzte, sondern das ganze Spektrum des Arztberufs betrifft. Dem deutschen Jungarzt wird das Medizinbetreiben nämlich schon in den allerersten Jahren seiner Arzttätigkeit vermiest durch eine überbordende Bürokratie, die ihm einen viel zu großen Teil seiner Arbeitszeit nimmt. Dazu kommt die frustrierende Gewissheit, dass ein großer Teil der medizinisch-pflegerischen Arbeit zwar dokumentiert und protokolliert, aber keineswegs ausgeführt wird. Was nicht dokumentiert ist, wurde auch „nicht gemacht“. Was nicht gemacht, aber dokumentiert ist, gilt dann aber als getan. Der Wust an Pflegedokumentation ist nahezu pervers und dient in erster Linie dem Nachweis der Existenzberechtigung der Pflegeleitungen und ihren zusätzlichen Planstellen . . .

Und dann schauen wir auf die Niedergelassenen mit Zeitvorgaben für Patientengespräch, Zeitvorgaben für Eingriffe aller Art, sogenannte Trödelprogramme, die besagen, dass man eine Mindestzeit bei einer Behandlung verbringen muss und schnelleres Arbeiten bestraft wird (bedeutet: ein guter Arzt wird reglementiert, der Trödler belohnt) Regelleistungsvolumina, Langzeitbetreuungsprogramme, in die Patienten „nach Kassenwunsch“ hineingedrückt werden, ohne dass sie in diese Programme wirklich gehören etc. . . . Unsere Medizinalfunktionäre und -politiker sollten uns endlich wieder Verhältnisse schaffen, unter denen wir wieder Ärzte – wie unsere Vorfahren in den 60er, 70er und 80er Jahren . . . – sein können, deren Leitspruch wieder „salus aegroti suprema lex“ ist und nicht „superbia sancti buerocratii suprema lex“ . . .

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Dr. med. Eckhard Gebert, 53227 Bonn-Oberkassel

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