ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2010Randnotiz: Fußball, Politik, Sprache

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Randnotiz: Fußball, Politik, Sprache

Dtsch Arztebl 2010; 107(23): A-1137 / B-1001 / C-989

Schmedt, Michael

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Die Fußballersprache glänzt in der Regel nicht durch feinsinnige oder philosophische Betrachtungen. Da wird schon mal ordentlich ausgeteilt, sei es für den Schiedsrichter oder die Spieler. „Du Pfeife!“ oder „Du Blindfisch!“ sind da die harmlosen Varianten. Man mag es der beginnenden Fußballweltmeisterschaft in Südafrika zuschreiben, dass sich die Politik inzwischen auch dieses Wortschatzes bedient, man könnte sich allerdings auch fragen, ob man CSU und FDP nicht besser auf den Fußballplatz schicken sollte, um ihre Streitigkeiten in der Gesundheitspolitik auszutragen und so ihre Aggressionen zu verarbeiten.

So sagte der Staatssekretär des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums, Daniel Bahr, der „Passauer Neuen Presse“, die CSU sei in der Diskussion um die Kopfpauschale als Wildsau aufgetreten. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt konterte mit dem Vergleich, dass sich die FDP zu einer gesundheitspolitischen Gurkentruppe entwickelt habe. CSU-Cheftrainer Horst Seehofer will sich umgehend an die Trainer der beiden anderen Regierungsmannschaften, Angela Merkel (CDU) und Guido Westerwelle (FDP), wenden. Drei Trainer, eine Regierungsmannschaft, das kann wohl nicht gutgehen. Vielleicht ist doch noch ein Trainingslager mit Einzelgesprächen notwendig, oder steht schon ein neuer Spielertransfer vor der Tür? Herr Lauterbach hat Herrn Rösler ja bereits den Rücktritt empfohlen. Die Ersatzbank ist allerdings bei den Regierungsparteien inzwischen so stark ausgedünnt, dass zumindest eine Nachnominierung notwendig ist. . . .

Man kann nur hoffen, dass sich Jogis Jungs in Südafrika weder als Wildsäue noch als Gurkentruppe präsentieren. Also viel Glück!!!

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