ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2010Gesundheit im Alter: Armut beeinträchtigt das Wohlbefinden

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Gesundheit im Alter: Armut beeinträchtigt das Wohlbefinden

PP 9, Ausgabe Juni 2010, Seite 273

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Armut geht oft mit Krankheit und geringem Wohlbefinden einher. Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Altersfragen in Berlin haben sich damit beschäftigt, ob dieser Zusammenhang auch im höheren Lebensalter zu finden ist. Als Basis dienten ihnen repräsentative Befragungsdaten von deutschen Bürgern zwischen 40 und 85 Jahren. Es zeigte sich, dass Bildung (Wissen, Einstellungen gegenüber Krankheiten, gesundheitsrelevante Verhaltensweisen) während des gesamten Erwachsenenlebens das Wohlbefinden stabil beeinflusst; dabei geht höhere Bildung in der Regel mit mehr Wohlbefinden und Gesundheit einher. Das Einkommen hat einen differenzierten Einfluss, wobei ein geringes Einkommen zwar die subjektive Gesundheit bei Älteren vermindert, aber nicht im gleichen Ausmaß die funktionale und körperliche Gesundheit. Geschlecht und Wohnort (West- oder Ostdeutschland) wirken sich hingegen nur bedingt auf Gesundheit und Wohlbefinden im höheren Alter aus. Allerdings litten Ostdeutsche häufiger unter geringem psychischem Wohlbefinden und ausgeprägteren körperlichen Problemen. Insgesamt zeigt die Studie, dass sozioökonomische Benachteiligung auch im Alter ein Problem für Gesundheit und Wohlbefinden darstellt. ms

Schöllgen I, Huxhold O, Tesch-Römer C: Socioeconomic status and health in the second half of life: Findings from the German Ageing Survey. European Journal of Ageing 2010; 7(1): 17–28.
Ina Schöllgen, Deutsches Zentrum für Altersfragen (DZA), Manfred-von-Richthofen-Straße 2, 12101 Berlin, E-Mail: ina.schoellgen@dza.de

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