ArchivDeutsches Ärzteblatt38/1997Kongreß für Gynäkologie: Fortbildung und Austausch

POLITIK: Aktuell

Kongreß für Gynäkologie: Fortbildung und Austausch

Dtsch Arztebl 1997; 94(38): A-2392 / B-2062 / C-1914

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LNSLNS Vom 30. Oktober bis zum 1. November 1997 tagt in Göttingen zum zweiten Mal die noch relativ junge Europäische Gesellschaft für Gynäkologie. Sie hat sich unter Beteiligung zahlreicher europäischer Kolleginnen und Kollegen vor einigen Jahren in Paris gegründet.
Der erste Kongreß der Gesellschaft fand 1995 in Portugal unter der Leitung von Prof. Dr. A. de Almeida Santos (Coimbra) statt. Es wurden, dem Tenor der Gesellschaft entsprechend, sowohl Forschungsergebnisse als auch klinische Beobachtungen von gehobenem Fortbildungscharakter angeboten. Der nun anstehende Kongreß behandelt zahlreiche aktuelle Themen, vorgetragen von internationalen Referenten. Ferner werden therapeutische Methoden und neue Substanzen, zum Beispiel in der Onkologie, in Spezialsymposien vorgestellt. Der Kongreß umfaßt zudem einen Mikroskopierkurs.
Zugunsten einer großen, von Experten moderierten Posterpräsentation verzichtet der Kongreß auf freie Vorträge. Das hat den Vorteil, daß Diskussionen kleiner interessierter Gruppen mit den Posterautoren zustande kommen. Die Veranstalter halten dies im Vergleich zur bloßen Aneinanderreihung von Kurzvorträgen ohne Diskussion für effizienter.
Internationaler
Austausch
Prof. Dr. Walther Kuhn, Direktor der Universitäts-Frauenklinik Göttingen und Präsident des diesjährigen Kongresses, sieht die Gründung und das Wirken einer europäischen Gesellschaft, zum Beispiel für Gynäkologie, vor dem Hintergrund alter medizinischer Traditionen zahlreicher europäischer Länder mit spezifisch gewachsenen Strukturen. Kuhn: "Aus diesen unterschiedlichen Traditionen ergaben sich Schwerpunkte, aber auch methodische Selbständigkeiten in der Medizin, die viele Jahrzehnte ihre Eigenständigkeit mangels einer guten und effektvollen Kommunikation erhalten haben."
Die Kongresse der Europäischen Gesellschaft für Gynäkologie sollen den Initiatoren zufolge dazu beitragen, daß insbesonders junge Kolleginnen und Kollegen Gelegenheit haben, sich ein Bild über die wissenschaftliche und klinische Tätigkeit der Nachbarländer zu machen, da die beruflichen Kontakte mit diesen Ländern in den nächsten Jahrzehnten mit Sicherheit intensiver würden. Daher ist für Studenten die Teilnahme am Kongreß kostenlos.
In Göttingen, dem diesjährigen Tagungsort, wurde 1751 die erste akademische geburtshilfliche Klinik Deutschlands gegründet. Schon bald darauf förderte die Frauenklinik intensiv den internationalen Austausch. Vorwiegend auf dem Gebiet der Geburtshilfe pflegte sie enge Kontakte mit dem europäischen Ausland, vor allem mit England, Frankreich und Italien, aber auch mit Japan. Daß sich die Europäische Gesellschaft für Gynäkologie nicht mit der Geburtshilfe beschäftigt, ist Kuhn zufolge nicht Ausdruck einer Separation der beiden "Subdisziplinen". Vielmehr sollen schwerpunktmäßig die konservative und chirurgische Gynäkologie in einem großen Spektrum diskutiert werden. Prof. Kuhn weiter: "Die Tatsache, daß zur Zeit zahlreiche europäische Gesellschaften entstanden sind, soll in keiner Weise auf Tendenzen einer Isolation hinweisen." Kuhn kündigte in diesem Zusammenhang eine ausführliche Dokumentation des gesamten Kongresses (mit sämtlichen Abstracts und Referaten) an, die den Interessenten weltweit zur Verfügung gestellt werde. Nähere Informationen über den Kongreß bei: Priv.-Doz. Dr. H. Meden, Universitäts-Frauenklinik Göttingen, Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen, Tel 05 51/39 65 01, Fax 05 51/39 65 85, e-mail hmeden@med. unigöttingen.de dh
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