ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2010Karsten Vilmar: „Als Mensch, als Arzt und als Berufspolitiker Großes geleistet“

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Karsten Vilmar: „Als Mensch, als Arzt und als Berufspolitiker Großes geleistet“

Dtsch Arztebl 2010; 107(24): A-1213 / B-1067 / C-1055

Stüwe, Heinz

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„Für die Ärzteschaft ist Karsten Vilmar zweifellos ein Glücksfall. Als Mensch, als Arzt und auch als Berufspolitiker hat er Großes geleistet.“ So würdigte Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundes­ärzte­kammer, seinen Amtsvorgänger Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Karsten Vilmar, der am 24. April sein 80. Lebensjahr vollendet hat (siehe DÄ, Heft 17/2010). Den festlichen Empfang, den die Bundes­ärzte­kammer Anfang Juni in Berlin aus diesem Anlass ausrichtete, wollte Hoppe auch als Dank für Vilmars Lebensleistung verstanden wissen. Als einen „Mann der Beständigkeit“, der unermüdlich seine berufspolitischen Aktivitäten fortsetze und dem alles Pathetische fremd sei, charakterisierte er den Jubilar. Tatsächlich wirkt Vilmar elf Jahre, nachdem er das Präsidentenamt abgegeben hat, nicht nur äußerlich unverändert, er ist auch unverändert aktiv. Bei Sitzungen des BÄK-Vorstands ist der Ehrenpräsident stets präsent. Vilmar setzt sich für die Transplantationsmedizin ein, beispielsweise im Stiftungsrat der Deutschen Stiftung für Organtransplantation. Er ließ sich in die Pflicht nehmen als Vorsitzender des Vorstands der Kaiserin-Friedrich-Stiftung für das ärztliche Fortbildungswesen, die ihn jetzt mit der Kaiserin-Friedrich-Medaille ehrte. Vor drei Jahren übernahm er die Präsidentschaft der Hans-Neuffer-Stiftung, die sich dem Erfahrungsaustausch mit Ärzten im Ausland widmet.

Karsten Vilmar. Foto: dpa
Karsten Vilmar. Foto: dpa

Seit jeher hat Vilmar sich auf internationaler Ebene besonders engagiert. Er gehört dem Exekutivrat des Ständigen Ausschusses der Europäischen Ärzte an (seit 1998) und wacht seit 1992 als Schatzmeister über die Finanzen des Weltärztebundes. Wegen der Verdienste ihres Gründungs- und Vorstandsmitglieds um den wissenschaftlichen Austausch mit China zeichnete die Deutsch-Chinesische Gesellschaft für Medizin Vilmar zu seinem Geburtstag mit der Palun-Medaille aus.

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Karsten Vilmar ist Bremer: Am Alten Gymnasium machte er Abitur, in der Hansestadt hat er – nach Studium und Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität in München – seine Weiterbildungszeit zum Facharzt für Chirurgie absolviert. Von 1964 bis 1995 war er Leitender Oberarzt der Unfallchirurgischen Klinik der Städtischen Krankenanstalten Sankt-Jürgen-Straße in Bremen. In seiner Heimatstadt begann vor mehr als 40 Jahren auch Vilmars berufspolitische Karriere, in deren Verlauf er Vorsitzender des Marburger Bundes in Bremen (1970 bis 1996) und auf Bundesebene (1975 bis 1979), Präsident der Ärztekammer Bremen (1976 bis 1996) und Präsident der Bundes­ärzte­kammer und des Deutschen Ärztetages (1978 bis 1999) war. Triebfeder seines Engagements seien die unzumutbaren Arbeitsbedingungen der Kolleginnen und Kollegen gewesen, sagte Rudolf Henke, Erster Vorsitzender des Marburger Bundes, über den Ehrenvorsitzenden. Schon früh sei Vilmar „gegen die ökonomisch-politische Dominanz“ im Gesundheitswesen eingetreten. Henke würdigte Vilmars programmatische Arbeit. Er wisse eine Botschaft so zu formulieren, dass sie über die Ärzteschaft hinaus verstanden werde.

Der Jubilar kommentierte die Laudationes Vilmar-typisch knapp: „Ich muss das tun, was anliegt, was normal ist.“ Wie Prof. Dr. Paul U. Unschuld, der einen Festvortrag über „Gesundheit als Ware“ hielt, sieht Vilmar einen „geradezu bedrückenden“ Wertewandel. „Wenn wir dem nachgeben, wird der Patient zum Werkstück in der Gesundheitsindustrie.“ Heinz Stüwe

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