ArchivDeutsches Ärzteblatt38/1997Unzureichende Blutdruckeinstellung bei Hypertonie

MEDIZIN: Referiert

Unzureichende Blutdruckeinstellung bei Hypertonie

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LNSLNS Eine italienische Arbeitsgruppe aus Monza untersuchte bei medikamentös behandelten Hypertonikern die Güte der Blutdruckeinstellung. Um den Effekt einer sogenannten "Praxishypertonie" auszuschalten, wurden bei Patienten mit essentieller arterieller Hypertonie neben der Blutdruckmessung während des Klinikaufenthalts eine Blutdruckselbstmessung zu Hause sowie eine ambulante 24-Stunden-Blutdruckmessung durchgeführt und der systolische und diastolische Blutdruck registriert. Die Patienten wurden dann in drei Gruppen eingeteilt: normotensiv, unbehandelt hypertensiv (RR > 140 mmHg systolisch und/oder RR > 90 mmHg diastolisch) und behandelt, aber hypertensiv (RR wie oben). 1 651 Patienten wurden in die Studie eingeschlossen. Der klinisch gemessene Blutdruck bei behandelten Hypertonikern war nur geringfügig niedriger als der von unbehandelten Hypertonikern (146/90 versus 148/93 mmHg), in beiden Gruppen lagen diese Werte weit über denen der normotensiven Kontrollen (119/78 mmHg). Die selbst gemessenen oder mittels Langzeitmessung erfaßten RRWerte waren zwar insgesamt niedriger als die in der Klinik gemessenen Werte, dies aber in allen drei Gruppen gleichermaßen. Die Zahl der behandelten Hypertoniker mit normotensiven RR-Werten war bei allen drei Meßverfahren gering.
Die Autoren folgern, daß die Zahl der nicht adäquat behandelten Hypertoniker zu hoch liegt. Sie konnten in ihrer Studie zeigen, daß dies sowohl für im Krankenhaus gemessene Werte zutrifft als auch für die zu Hause selbst oder mittels Langzeitmessung ermittelten Werte. Der häufig beim Arztbesuch erhöht gemessene Blutdruck beim behandelten Hypertoniker spiegelt ihrer Meinung nach somit eine tatsächlich vorliegende schlechte RREinstellung im täglichen Leben wider und kann nicht als "Praxishypertonie" verstanden werden. acc


Mancia, G et al.: Blood-pressure control in the hypertensive population. Lancet 1997; 349: 454-457.
Prof. Guiseppe Mancia, Cattedra di Medicina Interna, Universita di Milano, Ospedale S. Gerado, 20052 Monza, Italien.

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