ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2010Webfilme zur Organspende: Jugendliche für das Thema sensibilisieren

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Webfilme zur Organspende: Jugendliche für das Thema sensibilisieren

Dtsch Arztebl 2010; 107(24): A-1211 / B-1064 / C-1052

EB

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Ein junger Mann joggt die Straße entlang, die Augen geschlossen, völlig vertieft in die Musik aus seinem MP3-Player. Plötzlich verschwindet er. Schnitt. Die Kamera zeigt eine tiefe Baugrube – den Rest kann sich der Zuschauer denken. Dann folgt die Aufforderung: „Es kann dich jederzeit treffen. Entscheide dich jetzt für Organspende.“ Mit diesem und weiteren Comic-Webfilmen will die Stiftung „Fürs Leben“ vor allem Jugendliche ansprechen und sie motivieren, über Organspende nachzudenken (www.fuers-leben.de).

Transplantationszentrum des Universitätsklinikums Bonn. Foto: Joker
Transplantationszentrum des Universitätsklinikums Bonn. Foto: Joker

Die Filme haben eine klare Botschaft, die bewusst überspitzt dargestellt ist: Es kann jederzeit passieren. Beim Joggen, Fensterputzen, Spazierengehen oder auf High Heels. Gut, wenn man für den Fall der Fälle seinen Organspendeausweis dabei hat. Erfahrungen bei Schulprojekten oder Aktionen mit Jugendlichen zeigen, dass diese selbstverständlicher und eher pragmatisch an das Thema her- angehen und sich auch in die Situation versetzen können, selbst eine Transplantation zu benötigen. Die Webfilme gehen die Frage deshalb direkt an – mit viel Witz, einer überraschenden Pointe und offenem Ende.

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„Organspende ist ein wichtiges, ja sogar ein lebenswichtiges Thema“, erklärt Prof. Dr. med. Günter Kirste von der Deutschen Stiftung Organtransplantation und Initiator der „Fürs Leben“-Stiftung. Täglich sterben im Durchschnitt drei Menschen, die vergeblich auf ein Organ gewartet haben. „Die Webfilme sollen dies thematisieren, aber eben mal anders als bisher. Über das Internet, das Jugendmedium Nummer eins, wollen wir zur Diskussion anregen“, so Kirste. Die Webfilme sollen Interesse wecken, über die Organspende nachzudenken.

Bisher haben das noch zu wenige getan: Zwar würden laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 67 Prozent der 14- bis 25-Jährigen nach dem Tod ihre Organe spenden, doch nur zwölf Prozent haben einen Organspendeausweis. Rund zwei Drittel der Jugendlichen fühlen sich über Organspende nicht ausreichend informiert. EB

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