ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2010Migrationshintergrund: Förderunterricht soll Chancen verbessern

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Migrationshintergrund: Förderunterricht soll Chancen verbessern

Dtsch Arztebl 2010; 107(24): A-1223 / B-1077

Ftenogianni, Dia

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Verschiedene Projekte wollen Kindern mit Migrationshintergrund helfen, schulische Hürden zu meistern.

Die schulischen Leistungen von Schülern mit Migrationshintergrund könnten schneller verbessert werden, wenn der Förderunterricht verstärkt von Lehrern mit Zuwanderergeschichte übernommen würde. Zu diesem Ergebnis kam das Projekt „Förderunterricht für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund“ des Bremer Universitätsinstituts Europäisches Forum für Migrationsstudien“ (efms).

Kinder mit ausländischem Kulturhintergrund lernen die deutsche Sprache oft erst in der Schule. Die versäumte Übung aus dem Kleinkindalter lasse sich nicht so leicht im Schulalltag aufholen, so das efms. Der außerschulische Förderunterricht sei hingegen für viele Kinder die einzige Möglichkeit, um sich in der Schule zu verbessern. Die Ergebnisse des Projekts zeigen, dass Lehrer mit Zuwanderergeschichte bessere Lernerfolge bei ihren Schülern erzielen konnten. „Förderlehrer mit Migrationshintergrund sehen sich als Vorbilder“, erklärt der emfs. Sie können sich besser in ihre Schüler hineinversetzen, und die Kinder vertrauen ihnen mehr, weil sie Ähnliches erlebt haben.

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Ein weiteres Problem ist: Auch leistungsstarke Schüler mit ausländischem Kulturhintergrund haben teilweise schlechtere Bildungschancen als ihre deutschen Mitschüler, wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bekanntgab. Die Eltern seien oft mit guten Leistungen ihrer Kinder überfordert und könnten sie meist nicht unterstützen oder ihnen bei wichtigen Entscheidungen helfen. Hier will das Bundesamt mit dem Modellprojekt „Young Migrant Talents“ eingreifen und begabte Schüler mit ausländischem Kulturhintergrund durch Bildungslotsen fördern. Dia Ftenogianni

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