ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2010Rheohämapherese erfolgreich
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Die Kollegen schreiben richtig, dass es sich bei der diabetischen Retinopathie um eine Mikroangiopathie der Netzhaut mit Veränderungen der Gefäßwände und der rheologischen Eigenschaften des Blutes handelt. Es fehlt allerdings ein Hinweis darauf, dass hier ein therapeutischer Ansatz liegt, der schon seit vielen Jahren erfolgreich zur Therapie der diabetischen Retinopathie genutzt wird (1).

Die rheologischen Eigenschaften des Blutes werden in erster Linie bestimmt durch die Anzahl der Erythrozyten. Der Hämatokrit sollte abgesenkt werden, wenn der Patient dies ohne Probleme toleriert. Des Weiteren bestimmen große Plasmaeiweiße die Rheologie, die durch Apheresetechniken eliminiert werden können. Eine Verbesserung der rheologischen Eigenschaften des Blutes mittels Rheohämapherese wird seit vielen Jahren erfolgreich angewendet, nicht nur bei der Behandlung der diabetischen Retinopathie, sondern auch bei der Behandlung anderer diabetischer Komplikationen. Beim diabetischen Fußsyndrom etwa konnte gezeigt werden, dass man durch Apheresetherapie Wundheilungen beschleunigen und Amputationen vermeiden kann (2).

Darüber hinaus können Apheresetechniken eingesetzt werden zur Therapie aller Krankheitsbilder, denen Störungen der Blutviskosität oder der Mikrozirkulation zugrunde liegen (3).

Die Rheohämapherese ist eine sichere Therapieoption, die den Patienten wenig belastet. Sie kann bei richtiger Indikationsstellung die von den Autoren dargestellten Therapiemöglichkeiten ergänzen und den Visusverlust bei diabetischer Retinopathie verzögern. Darüber hinaus sind die positiven rheologischen Effekte nicht nur lokale sondern systemisch nachweisbar.

Die Kosten für eine ambulante Rheohämapheresetherapie werden in der Regel nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

DOI: 10.3238/arztebl.2010.0444c

Jürgen Otto

Knippmühle 14

52249 Eschweiler-Nothberg

E-Mail: jotto_mzg@yahoo.de

Interessenkonflikt

Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

1.
Lüke C, Widder RA, Soudavar F, Walter P, Brunner R, Borberg H: Improvement of macular function by membrane differential filtration in diabetic retinopathy. Journal of Clinical Apheresis 2001; 16: 23–8. MEDLINE
2.
Klingel R, Mumme C, Fassbender T et al.: Rheopheresis in patients with ischemic diabetic foot syndrome: results of an open label prospective pilot trial. Therapeutic Apheresis and Dialysis 2003; 7: 444–55. MEDLINE
3.
Borberg H, Tauchert M: Rheohaemapheresis of ophtalmological diseases and diseases of the microcirculation. Transfusion and Apheresis Science 2006; 34: 41–9. MEDLINE
4.
Kollias AN, Ulbig MW: Diabetic retinopathy: early diagnosis and effective treatment [Diabetische Retinopathie: Frühzeitige Diagnostik und effiziente Therapie]. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(5): 75–84.
VOLLTEXT
1.Lüke C, Widder RA, Soudavar F, Walter P, Brunner R, Borberg H: Improvement of macular function by membrane differential filtration in diabetic retinopathy. Journal of Clinical Apheresis 2001; 16: 23–8. MEDLINE
2.Klingel R, Mumme C, Fassbender T et al.: Rheopheresis in patients with ischemic diabetic foot syndrome: results of an open label prospective pilot trial. Therapeutic Apheresis and Dialysis 2003; 7: 444–55. MEDLINE
3.Borberg H, Tauchert M: Rheohaemapheresis of ophtalmological diseases and diseases of the microcirculation. Transfusion and Apheresis Science 2006; 34: 41–9. MEDLINE
4.Kollias AN, Ulbig MW: Diabetic retinopathy: early diagnosis and effective treatment [Diabetische Retinopathie: Frühzeitige Diagnostik und effiziente Therapie]. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(5): 75–84.
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