ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2010Kindesmissbrauch: Menschlicher Missbrauch
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Dem mutigen, weil vom Thema her hochbrisanten und gerade deswegen auch dankenswerten Interview mit Prof. Beier möchte ich gerne noch etwas hinzufügen, was nicht zur Sprache gekommen ist. In der breitgefächerten Debatte über den sexuellen Missbrauch von Kindern und pubertierenden Jugendlichen erscheint mir noch nicht ausreichend beachtet die Tatsache, dass neben der sexuellen Ausbeutung immer auch der ganze Mensch in verächtlicher Weise missbraucht wird. Denn die sich entwickelnde Persönlichkeit des Kindes und Heranwachsenden ist ein noch leicht verletzliches Konstrukt aus vorsichtiger Ahnung, was sie einmal darstellen wird, und zögerlichem Herantasten an das, was lebenslang das eigene Selbst zur gesellschaftlichen Person machen soll. Ein massiver Eingriff in diesen filigranen Entwicklungsprozess durch sexuellen Missbrauch, körperliche Gewalt oder seelische Grausamkeit erschüttert die gesamte bis dahin erworbene psychosoziale Basis. Sprechen wir in diesen Zusammenhängen also immer auch von einem menschlichen Missbrauch und von zerstörerischer Gewalt gegen die Persönlichkeit des heranwachsenden Menschen . . .

Dr. med. Rüdiger Posth, 51467 Bergisch Gladbach

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