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LNSLNS Prof. Dr. med. Rudolf Pichlmayr, Leiter der Abteilung Abdominal- und Transplantationschirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), starb drei Monate nach seinem 65. Geburtstag am 29. August während eines Aufenthaltes beim 37. Weltkongreß für Chirurgie in Acapulco, Mexiko.
Rudolf Pichlmayr studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München Medizin und absolvierte dort seine chirurgische Weiterbildung. 1968 folgte er Prof. Dr. med. Hans Georg Borst an die MHH; 1973 wurde er ordentlicher Professor und Leiter der Abteilung Abdominal- und Transplantationschirurgie der Hochschule. Zugleich war Prof. Pichlmayr bis zuletzt Vorsitzender der Ethikkommission der Hochschule. Mit seinem Namen verbunden ist vor allem eine stürmische Entwicklung in der Transplantationsmedizin.
Er gehörte zu den ersten, die die Leberteil-Transplantation praktizierten und so mit einem Spenderorgan zwei Menschenleben retten konnten. Zur körperlichen und psychischen Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen nach Organtransplantation gründete der Chirurg gemeinsam mit seiner Frau, Prof. Dr. med. Ina Pichlmayr, die Stiftung "Rehabilitation nach Organtransplantation". Der Pionier der Transplantationsmedizin baute seit Ende der sechziger Jahre an der MHH das Transplantationszentrum für Niere und Leber auf; er galt weltweit als einer der führenden Chirurgen auf diesem Gebiet. Für seine Leistungen erhielt Prof. Pichlmayr im In- und Ausland viele Auszeichnungen. Im Juni 1993 nahm er in Wien den Menschenrechtspreis der Dr.-Bruno-Kreisky-Stiftung entgegen. Im Juni 1995 wurde ihm das Große Bundesverdienstkreuz verliehen.
Noch auf dem diesjährigen 100. Deutschen Ärztetag in Eisenach hatte Prof. Pichlmayr zum Thema "Medizinethik in einer offenen Gesellschaft" einen vielbeachteten Vortrag zu medizinethischen Fragen am Beispiel der Xenotransplantation gehalten. "Die Achtung grundlegender ethischer Normen ärztlichen Handelns auch und gerade bei der Einführung und Anwendung neuer Verfahren lag ihm besonders am Herzen", betonte Bundes­ärzte­kammerpräsident Dr. med. Karsten Vilmar in einer Würdigung.
"Mit dem Tod von Prof. Pichlmayr verliert die Ärzteschaft einen ihrer wertvollsten Kämpfer für das Leben. Wir trauern um einen Pionier der deutschen Transplantationsmedizin, einen engagierten Kollegen in der ärztlichen Selbstverwaltung und einen großartigen Menschen", erklärte Vilmar zum Tode Pichlmayrs. DÄ


Dr. med. Dr. med. h. c. Hans-Ferdinand Gehre, Ehrenvorsitzender der Bezirksstelle Hannover der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), starb am 25. August im Alter von 77 Jahren in Hannover.
Der gebürtige Hannoveraner, der sich 1952 als Arzt für Allgemeinmedizin in seiner Heimatstadt niedergelassen hatte, gehörte zu den profiliertesten Vertretern der ärztlichen Berufs- und Standespolitik in Niedersachsen, die er in vielfältigen Ämtern und Funktionen über Jahrzehnte maßgeblich mitgeprägt hat. So war er von 1965 bis 1989 Vorsitzender der Bezirksstelle Hannover von Ärztekammer und Kassenärztlicher Vereinigung Niedersachsen, gehörte von 1952 bis 1990 der ÄKN-Kammerversammlung an und war von 1955 bis 1958 sowie von 1967 bis 1990 Mitglied im Kammervorstand. Für die Belange der Vertragsärzte engagierte er sich in der KVNVer­tre­ter­ver­samm­lung und als KVN-Vorstandsmitglied.
Sein langjähriges Engagement für die wissenschaftliche Anerkennung der Allgemeinmedizin als selbständiges Fach an den Universitäten trug mit dazu bei, daß der erste Lehrstuhl für Allgemeinmedizin in Deutschland an der Medizinischen Hochschule Hannover errichtet wurde. Wichtige Impulse zur Einrichtung eines nationalen Transplantationszentrums an der MHH gingen ebenfalls von ihm aus.
In Anerkennung seiner Verdienste um die ärztliche Fortbildung ist Dr. Gehre von der Bundes­ärzte­kammer 1970 mit der Ernst-von-Bergmann-Plakette ausgezeichnet worden. EB

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