ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2010Behindertenpolitik: Begriffsklärung
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Wenn es künftighin nach einer UN-Resolution „Inklusion“ anstatt „Integration“ heißen soll, dann zugleich deshalb, weil das englische Wort „inclusion“ nicht mit „Einbeziehung“ oder „Aufnahme“ übersetzt wurde und man sich stattdessen darin gefallen hat, einen weiteren Anglizismus einzuführen. Der Arzt assoziiert mit diesem ja eher Einschlusskörperchen durch Viren oder Chlamydien oder Einschlusszysten, der Psychiater denkt an die Inkludenz bei Tellenbachs „Typus melancholicus“, allesamt Ableitungen aus dem lateinischen Verb „includere“, welches zumeist „einschließen, einsperren“ bedeutet, also gerade nicht das von den Vereinten Nationen Intendierte.

Dr. med. Dieter H. Frießem,
70771 Leinfelden-Echterdingen

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