ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2010Behindertenpolitik: Umsetzung nur schwer vorstellbar
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Ich freue mich, dass „Bewegung in die deutsche Behindertenpolitik“ kommt, auch darüber, dass entsprechend des Konzepts der Inklusion alle Kinder gemeinsam unterrichtet werden sollen. Leider kann ich mir eine Umsetzung nur schwer vorstellen, denn der Weg von politischen Beschlüssen hin zum Leben von Inklusion, und das nicht nur in der Schule, scheint ein sehr langer zu werden. Aus eigener Erfahrung fängt das Problem schon bei der Definition von Inklusion an, die einen angeblich höheren Anspruch als die Integration bietet und in einer gelebten Grundhaltung von „wir haben alle Stärken und Schwächen – wir sollten nicht über die Defizite reden“ endet. Aber gerade das Anderssein grenzt behinderte Kinder/Menschen ab, und ein Schweigen darüber beziehungsweise die Negierung führt sehr schnell in die Falle der Vorurteile und dann in eine Exklusion. Es bleibt spannend, inwieweit eine solche Inklusion in den Lebensalltag mit Hilfe aller Mitmenschen umsetzbar ist, und inwieweit es tatsächlich einen Unterschied zur Integration gibt.

Dipl.-Psych. Almut Köppe-Lochmann,
Psychotherapeutin, 06366 Köthen

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