ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2010Kulturkalender: Das Abenteuer Wirklichkeit

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Kulturkalender: Das Abenteuer Wirklichkeit

Dtsch Arztebl 2010; 107(26): A-1316

Schuchart, Sabine

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Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

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10. Juli bis 24. Oktober:

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Der Westen leuchtet

Eine Standortbestimmung der Kunst des Rheinlands und Nordrhein-Westfalens haben sich die Ausstellungsmacher vorgenommen. Dazu stellen sie die wesentlichen Künstler der älteren Generation – von Joseph Beuys (Bild: „La rivoluzione siamo Noi“, 1972) und den Bechers über Tony Cragg, Andreas Gursky, Albert Oehlen bis hin zu Katharina Sieverding, Rosemarie Trockel und Gerhard Richter – zentralen Positionen der jungen Kunst gegenüber. Die Besonderheit: Während die Kuratoren die „arrivierten“ Teilnehmer der Schau bestimmten, überließen sie diesen die Auswahl der aktuellen Perspektive: Nachwuchskünstler, die aus Sicht der Älteren das Potenzial haben, das künstlerische Erbe des Rheinlands weiterzuentwickeln. Insgesamt präsentiert das Kunstmuseum 33 Künstler mit jeweils ganzen Räumen.

Kunstmuseum, Museumsmeile, Friedrich-Ebert-Allee 2, Di.–So. 11–18, Mi. 11–21 Uhr

Kleve

4. Juli bis 24. Oktober:

Götz, Hoehme, Sonderborg

Foto: Museum Kurhaus Kleve, Annegret Gossens
Foto: Museum Kurhaus Kleve, Annegret Gossens

Die 101,5 × 73 Zentimeter große Tuschzeichnung von K. R. H. Sonderborg, 1989 (Bild), gehört zur Sammlung Bongartz, die das Museum Kurhaus Kleve 2009 durch eine Schenkung erhalten hat: mehr als 100 Arbeiten auf Papier bedeutender deutscher Künstler des Informel aus den 1950er bis 90er Jahren. Im Fokus der Schau – einer schönen Ergänzung zur derzeit in Düsseldorf laufenden Informel-Ausstellung – stehen neben Sonderborg auch K. O. Götz und Gerhard Hoehme, die in der Schenkung zentral vertreten sind.

Museum Kurhaus Kleve, Tiergartenstraße 41, Di.–So. 11–17 Uhr

MÜNCHEN

Bis 5. September:

Realismus

Den Künstlern ist gemeinsam, dass sie höchste Genauigkeit und ungeschönte Wahrheitstreue in der Darstellung der Welt anstreben. Und doch ist „Realismus“ weitaus mehr als die handwerklich perfekte Wiedergabe der Wirklichkeit. Die circa 180 Exponate, die das ebenso komplexe wie faszinierende Stilphänomen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute repräsentieren, verblüffen ganz im Gegenteil durch enorme Interpretationsbreite und künstlerische Vielfalt. Angefangen von den Gemälden Gustave Courbets bis hin zur realistischen Kunst der Gegenwart beleuchtet die Schau, die – nach Emden – nun in München zu sehen ist, „das Abenteuer Wirklichkeit“ anhand von acht Kategorien: Stillleben, Interieur, Landschaft, Vedute, Historie, Genre, Porträt und Akt. Der Betrachter ist so in der Lage, innerhalb einer Gattung Bezüge über zeitliche Grenzen hinweg herzustellen. Der in Text wie Bild anspruchsvolle Katalog vermittelt grundlegende Einsichten zum Thema.

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, Theatinerstraße 8, tgl. 10–20 Uhr

TüBINGEN

17. Juli bis 26. September:

Thomas Florschuetz

Er zählt zu den herausragenden deutschen Fotokünstlern seiner Generation. Im Gegensatz zu Gursky, Höfer, Ruff oder Struth begann Thomas Florschuetz seine Laufbahn allerdings nicht bei Bernd und Hilla Becher in Düsseldorf. Der 1957 in Zwickau geborene Fotograf ist Autodidakt. Ab den 80er Jahren experimentierte er zunächst mit fragmentarischen Aufnahmen seines eigenen Körpers. Es folgten große Zyklen: bestechend schöne „Blumenstücke“ (1997/2000), „Vorhang-Bilder“ (2000) sowie Architekturaufnahmen. Ähnlich seinen frühen Körperbildern hat er zuletzt US-Kampfjets fotografisch fragmentiert und zu ästhetischen neuen Bildensembles zusammen gefügt. Die Ausstellung gibt einen Überblick über die Werkgruppen der Jahre 1997 bis 2010.

Kunsthalle, Philosophenweg 76,
Di.–So. 11–18 Uhr

Wiesbaden

Bis 26. September:

Alan Green

Der von der Grande Dame der Galeristen, Annely Juda, vertretene britische Maler Alan Green (1932 bis 2003) ist nur selten in Deutschland ausgestellt. Umso mehr lohnt der Blick auf Greens abstraktes Œuvre, das vor allem aus Ölbildern und Papierarbeiten besteht: Grafisch gestaltete und monochrome Bildflächen gehen einen spannenden Dialog ein.

Museum Wiesbaden, Friedrich-Ebert-Allee 2, Di. 10–20, Mi.–So. 10–17 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Ähnliches mit Ähnlichem heilen

Vor genau 200 Jahren publizierte Samuel Hahnemann sein „Organon der rationalen Heilkunde“, das zur „Bibel“ der Homöopathie wurde. Das Medizinhistorische Museum nimmt dies zum Anlass, Hahnemann und die medizinische Welt um 1800 vorzustellen. Was brachte ihn auf die Idee einer neuen Therapieform? Wie kam es zum Grundsatz, Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen? Nicht nur in den Ausstellungsräumen gibt es vieles wie etwa die homöopathischen Apotheken aus der Sammlung des Museums zu entdecken. Der schöne Arzneipflanzengarten lädt zur Besichtigung homöopathisch genutzter Heilpflanzen ein.

„Homöopathie. 200 Jahre Organon“ (bis 17. Oktober): Deutsches Medizinhistorisches Museum, Anatomiestraße 18–20, 85049 Ingolstadt, Telefon: 0841 305–2860; Di.–So.10–17 Uhr; 14.7., 4.8., 15.9. 10–21 Uhr (Termine der Gartenführungen)

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