ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2010Randnotiz: WM: Nachspiel für Orthopäden

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Randnotiz: WM: Nachspiel für Orthopäden

Dtsch Arztebl 2010; 107(26): A-1281 / B-1129 / C-1109

Rieser, Sabine

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Für Sportmediziner und Orthopäden beginnen jetzt, nach Deutschlands Fußballsieg über England, beinharte Wochen. „Fußball gehört aufgrund seiner Dynamik und der schnellen Bewegungswechsel zu den unfallhäufigsten Sportarten“, hat einer vom Fach, Dr. med. Christian Hensler, dieser Tage erinnert. Nein, nein, um die Profis macht sich der Sportmediziner und Orthopäde des Ortenau-Klinikums keine Sorgen.

„Wenn so ein wichtiges Turnier erst einmal begonnen hat, sind die Profis aufgrund ihrer austrainierten Psyche und Physis in der Lage, sich voll und ganz auf die Wettkampfsituation einzustellen“, erläutert Hensler. Streng pfeifende Schiedsrichter minimierten das Verletzungsrisiko zusätzlich.

Ganz anders jedoch seine Analyse für Mitglieder von Thekenmannschaften: „Erfahrungsgemäß sind Amateursportler zwar ehrgeizig, jedoch legen sie schon mal längere Trainingspausen ein. Bei Turnieren gehen sie dann hart zur Sache und schonen sich nicht.“ Die Folgen: Alles von der Knöchelverletzung bis zur Kreuzbandruptur, sagt Hensler: „Besonders während und unmittelbar nach Sportereignissen wie der Weltmeisterschaft erleben wir eine signifikante Zunahme von Sportverletzungen. Die Amateure sind dann noch motivierter.“

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Sportmediziner und Orthopäden mit Henslers Erfahrungen werden den Sieg gegen England deshalb mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachten: Mehrarbeit droht. Ihr Mitgefühl dürfte gleichwohl den englischen Hautärzten gelten. 1986 hatte sich, so die Ortenauer, ein Brite derart über die schlechten Leistungen seiner Mannschaft aufgeregt, dass die Ärzte seine Nesselsucht darauf zurückführten.

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