ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2010Heinz-Günter Wolf: Erfolgreicher Heuschrecken-Bekämpfer

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Heinz-Günter Wolf: Erfolgreicher Heuschrecken-Bekämpfer

Dtsch Arztebl 2010; 107(26): A-1313 / B-1159 / C-1139

Korzilius, Heike

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Heinz-Günter Wolf. Foto: ABDA
Heinz-Günter Wolf. Foto: ABDA

Heinz-Günter Wolf (63) ist am 15. Juni im belgischen Brügge zum Präsidenten des Zusammenschlusses der Apotheker in der Europäischen Union (ZAEU) gewählt worden. Seine einjährige Amtszeit beginnt am 1. Januar 2011. Der selbstständige Apotheker aus dem niedersächsischen Hemmoor steht seit 2005 an der Spitze der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Als oberstem Repräsentanten der Apotheker geht es Wolf vor allem darum, den Apothekerberuf aus der Kaufmannsecke zu holen und ihn als eigenverantwortlichen und unabhängigen Heilberuf darzustellen. Der ABDA-Präsident, der die verbale Zuspitzung nicht scheut, wird nicht müde, darauf hin-zuweisen, dass „die Apotheke eine heuschreckenfreie Zone bleiben muss“. Die Arzneimittelversorgung sei kein Experimentierfeld für Handelskonzerne und Großinvestoren, ist er überzeugt. Der Europäische Gerichtshof gab ihm recht und entschied im Mai 2009, dass das deutsche Fremdbesitzverbot, das nur Apothekern den Besitz einer Apotheke erlaubt, mit dem Europarecht vereinbar ist.

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Erfolgreich ist Wolf als ABDA-Präsident auch gegen die sogenannten Pick-up-Stellen von Arzneimitteln in Drogeriemärkten zu Felde gezogen. Politiker fast aller Parteien lehnen diese inzwischen ab.

Mit norddeutsch trockenem Humor ausgestattet belegt er politische Forderungen gerne mit ganz praktischen Beispielen aus seiner Landapotheke. Dabei kommt dann ein anderer Wolf zum Vorschein als der Lobbyist und Standespolitiker: der Apotheker, der immer noch Freude hat an seinem Beruf. Heike Korzilius

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