ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2010HPV-Tests ebenfalls effektiv

MEDIZINREPORT

HPV-Tests ebenfalls effektiv

Dtsch Arztebl 2010; 107(26): A-1303 / B-1150 / C-1130

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Eine medizinische Entscheidungsanalyse und Kosten-Nutzen-Bewertung zur Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge hat ergeben: Qualitätskontrollierte DNA-Tests auf humane Papillomaviren (HPV) im Zervixabstrich eignen sich zur Vorsorge mindestens so gut wie das herkömmlich angewandte zytologische Verfahren nach Papanicolaou. Das Deutsche Institut für Medizinische Information und Dokumentation (DIMDI, Köln) hat diese gesundheitsökonomische Evaluation der verschiedenen Vorsorgeuntersuchungsmethoden im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit veranlasst. Die Studie berücksichtigt den Kontext des deutschen Gesundheitsversorgungssystems und wurde federführend von Prof. Dr. Uwe Siebert von der Privaten Universität für Gesundheitswissenschaften im österreichischen Hall betreut.

In Zusammenarbeit mit deutschen Klinikern und Tumorregistern sowie einem internationalen Expertenpanel ist es den Forschern gelungen, ein Computersimulationsmodell für den natürlichen Erkrankungsverlauf und die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln und zur Untersuchung und Bewertung unterschiedlicher Vorgehensweisen in der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs einzusetzen.

„Die Ergebnisse unserer Kosten-Nutzen-Bewertung zeigen, dass die HPV-basierte Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs gemessen an relevanten Langzeitendpunkten wie vermiedenen Krebsfällen und Lebenserwartung der aktuell eingesetzten Zytologie überlegen ist und kosteneffektiv eingesetzt werden kann, wenn sie in mindestens zweijährigen Untersuchungsintervallen durchgeführt wird“, erklärt Dr. Gaby Sroczynski MPH, die am Institut die Forschungsgruppe Medical Decision Making leitet und die Studie koordinierte. In der Modellrechnung erzielte ein HPV-basiertes Screening alle zwei Jahre bei gleicher Teilnahmerate der Frauen den gleichen Effekt wie das jährliche zytologische Screening, wie es derzeit in Deutschland empfohlen wird. EB

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema