ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2010Ärztetag: Vorbilder nicht nur in der Wissenschaft
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Erstmalig habe ich an der Eröffnungsveranstaltung eines Deutschen Ärztetages teilgenommen, die in stimmungsvoller Atmosphäre in der Semperoper erfolgte. Es war eine sehr gelungene Veranstaltung, gekrönt durch eine rhetorisch brillante Rede des Ge­sund­heits­mi­nis­ters. Bei der Verleihung der Paracelsus-Medaille sowie der Totenehrung war ich jedoch befremdet.

Die Paracelsus-Medaille wurde an vier ältere Professoren verliehen, die sich sicherlich um die Medizin und die Wissenschaft hoch verdient gemacht haben. Aber wäre es in der heutigen Zeit nicht angebracht, auch andere Lebenswege von Ärztinnen und Ärzten zu ehren, zum Beispiel ein alternatives Engagement in der Dritten Welt oder einen Landarzt, der sich jahrzehntelang tagaus, tagein um seine Patienten gekümmert hat? Wir beklagen, dass die jungen Kollegen nicht mehr aufs Land gehen, aber Preise vergeben wir nur an die wissenschaftlich tätigen Kollegen. Und für die vielen jungen nachstrebenden Ärztinnen wäre es ein schönes Zeichen gewesen, eine Frau auf dem Ehrenpodest zu sehen, die sie sich als Vorbild nehmen könnten. Oder haben wir keine Ärztinnen, die wir ehren können? Auch bei der Totenehrung wurde neben einer Vielzahl von Kollegen nur eine einzige Kollegin erwähnt . . .

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Dr. Claudia Braig, 78050 Villingen-Schwenningen

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