ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2010Smartphones: Den Schutz nicht vergessen

TECHNIK

Smartphones: Den Schutz nicht vergessen

Dtsch Arztebl 2010; 107(27): A-1369 / B-1209 / C-1189

Neuhaus, Günther

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Antivirensoftware und Passwortschutz sind wichtige Sicherheitskomponenten für Smartphones. Foto: Fotolia
Antivirensoftware und Passwortschutz sind wichtige Sicherheitskomponenten für Smartphones. Foto: Fotolia

Immer mehr Ärzte verwenden mobile Geräte, die zum Teil auch mit dem Praxisnetzwerk verbunden werden. Ebenso wie stationäre Computer müssen auch Handys und Smartphones vor Angriffen geschützt werden.

Früher dienten Handys in der Regel nur der telefonischen Erreichbarkeit – etwa wenn der Arzt Notdienst hatte oder unterwegs beim Hausbesuch noch Angaben zum Patienten benötigte. Doch selbst die preiswertesten Handys können heute E-Mails empfangen oder kleine Programme ausführen. Hier eine kleine Übersicht, wo das Handy gefährdet sein könnte:

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  • Schon der einfache Zugriffsschutz wird von vielen Anwendern vernachlässigt. So sollte es nicht möglich sein, ein Handy, das jemand liegen gelassen hat, einfach weiter zu benutzen. Der Schutz gegen unbefugten Zugriff ist meist mit einer einfachen Einstellung im Handy selbst zu aktivieren.
  • Ist das Handy mit dem Internet verbunden, dann ist es ratsam, eine separate Schutzsoftware zu installieren, die den Zugriff von Viren und schadhaften Programmen verhindern kann. Bei den kleinen Bildschirmen kann man sich leicht „verklicken“ und so auf Websites landen, die einem die Viren unbemerkt unterschieben.
  • Vor allem, wenn das Handy „Java“-fähig ist, gibt es unbemerkte Schlupflöcher für die Programme. Sie versenden beispielsweise den Adressbestand an eine andere Adresse oder sorgen dafür, dass das Handy teure Nummern anwählt – bis man das auf der Rechnung bemerkt, ist es häufig zu spät.
  • Manche E-Mails enthalten, wenn auch eher selten, einen schadhaften Code, der speziell für Handys gedacht ist. Daher sollte der Nutzer E-Mail-Anhänge, die er per Handy empfangen hat, nur dann öffnen, wenn er diese unterwegs unbedingt braucht.
  • Wenn ein Zugriff auf das Praxisnetzwerk notwendig ist, sollte das auf jeden Fall über eine gesicherte (VPN-)Verbindung geschehen.

Sicherheit per Software

Hersteller von Antivirenprogrammen bieten inzwischen Programme an, die die mobilen Geräte durch eine Reihe von Maßnahmen schützen. Bei einigen Anbietern ist die Software im Grundpreis für die PC-Software enthalten, bei anderen kostet sie einen separaten Obolus – aber kein Vermögen. Zu den bekannten Anbietern zählen Sophos, Symantec mit dem Norton-Schutzpaket, McAfee mit gut getesteten Antiviren-Softwareprodukten sowie Avira – sie alle sorgen für den Schutz des Smartphones, ebenso wie das Paket „Kaspersky Mobile Security“, das beispielsweise schon für etwa 25 Euro zu haben ist.

Folgende Funktionen bieten alle Programme der genannten Anbieter für den „mobilen Schutz“:

  • Neben dem einfachen Passwortschutz kann der Anwender das Handy zusätzlich verschlüsseln, und zwar so, dass einfache Funktionen (Telefonieren) offen zugänglich sind, hingegen die Adressdatenbank nur gegen einen zusätzlichen Sicherheitscode. Ebenso lassen sich bestimmte Datenbereiche (Ordner) auf dem Smartphone verschlüsseln.
  • Wird das Handy gestohlen, kommt ein unbefugter Benutzer nicht an die Daten – auch nicht von außen mit irgendwelchen Tricks. Zusätzliche Maßnahmen des Programms sind die unbemerkte Ortsübermittlung per GPS oder Zellortung via SMS an eine zuvor eingestellte separate Nummer und das Löschen aller sicherheitsrelevanten Daten aus der Ferne, die der Arzt initiieren kann.
  • Während des Betriebs ist das Handy oder Smartphone permanent gegen Virenbefall oder den Angriff aus dem Netzwerk geschützt – sei es nun das Praxisnetzwerk, mit dem der Nutzer verbunden ist, ein öffentlicher WLAN-Hotspot oder das Mobilfunknetz. Den Programmen stehen dabei die Antivirenkennungen zur Verfügung, die auch von der PC-Software benutzt werden, da sie dieselbe Datenbank benutzen.

Wichtig: Wer einen Online-Schutz seines Geräts aktiviert, sollte eine Datenflatrate vereinbart haben, damit der Antivirenschutz durch die Updates nicht Kosten verursacht. Weiterhin sollte ein Arzt sein Handy so sparsam wie möglich mit sensiblen Daten füttern. Kein Arzt muss unterwegs die gesamte Patientendatenbank mit sich führen. Der Schutz ist ständig aktuell zu halten. Außerdem sollten die festgelegten Passworte regelmäßig gewechselt werden. Dass ein Schutz der Smartphones ohne Schutz des Praxisequipments sinnlos ist, sollte zudem eine Selbstverständlichkeit sein.

Günther Neuhaus

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