ArchivDeutsches Ärzteblatt38/1997Börsebius zu Aktien: Vereinzelte Perlen

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Börsebius zu Aktien: Vereinzelte Perlen

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Bei welchen Aktien lohnt sich ein Einstieg überhaupt noch? Eine gute Frage, schwierig zugleich, da viele Dividendentitel mittlerweile ein derart luftiges Niveau erreicht haben, daß schon der kleinste Windhauch die Börsennotierungen verwehen läßt.
Es gibt aber durchaus noch Werte, bei denen ein Ausrutschen auf dem glatten Börsenparkett kaum zu befürchten ist. Dazu gehören zum Beispiel Vossloh (Wertpapierkenn-Nr. 766710, aktueller Kurs 93,20 Mark). Die haben nämlich mit dem Verkauf der verlustträchtigen Sparte "Dekoration" eine positive Neuausrichtung geschafft, und auch das Kurs- Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14,8 ist durchaus als noch attraktiv einzustufen.
Noch günstigere Werte kann allerdings der Automobilzulieferer Phönix aufbieten. Mit einem KGV von 9,7 liegt die Aktie rund 40 Prozent unter dem Branchendurchschnitt. Einen triftigen Grund gibt es für diese Geringschätzung der Börse aber nicht, zumal Phönix aufgrund weiterer Kostensenkungsmaßnahmen und einer günstigen Nachfrageentwicklung im Kfz-Sektor den Gewinn bis zum Jahr 1998 vermutlich verdoppeln wird. Die aktuelle Börsennotierung (Wertpapierkenn-Nr. 603100) von 33 Mark ist somit deutlich zu niedrig. Bei einem Blick in die aktuellen Preussag-Zahlen haben Experten nichts Aufregendes finden können, zu sehr wurden die Erwartungen im großen und ganzen bestätigt. So gesehen wäre die Aktie (Wertpapierkenn-Nr. 695200, aktueller Kurs knapp 500 Mark) kein Kauf. Andererseits: Preussag ist keine reine Rohstoffaktie mehr. Falls der Einstieg beim Reisekonzern Hapag-Lloyd vom Kartellamt genehmigt wird, ist die künftige Einschätzung von Preussag deutlich nach oben zu setzen.
Auch bei den kleineren Aktien gibt es durchaus noch Perlen zum Auflesen. Wichtig ist hierbei, die Suche nach Werten entweder mit exzellenten Wachstumschancen oder hohen stillen Reserven vorzunehmen. Zu den Aktien mit vorzüglichen Ertragszuwächsen zählen Berentzen (WKN 520163, Kurs 37 Mark) und Frosta (WKN 606900, Kurs 333 Mark). Speziell das Tiefkühlunternehmen Frosta besticht durch ein exzellentes Management. Die Aktie, deren Nennwert wohl bald von 50 auf fünf Mark herabgesetzt wird, ist allerdings nur an den Börsenplätzen Bremen und Hamburg zu erwerben.
Wichtig ist aber, dem Banker Kauflimite an die Hand zu geben, um bloß nicht bei jedem Preis zum Zuge zu kommen. Wer nicht limitiert, kauft in der Börsensprache "billigst", und das heißt in der Realität meistens "teuerst". Ebenso darf nicht vergessen werden, nicht alles Geld in einen einzigen Titel zu investieren, sondern auf möglichst viele verschiedene Werte zu verteilen. Getreu der alten Börsenregel, nicht alle Eier in ein Nest zu legen. Börsebius
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