ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2010Deutsche Einheit: Drittklassige Professoren
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Der Beitrag war einseitig, regt aber gerade deshalb zu Nachdenken und Widerspruch an. Hautnah habe ich damals an der zur Weltklasse zählenden Berliner Charité miterlebt, wie erstklassige Chefs aus dem Osten durch drittklassige Westprofessoren ausgetauscht wurden, unter dem Deckmantel der Staatsnähe und Zuhilfenahme widerwärtiger „Schwarzer Listen“.

Der Charité wurde zudem zwei Jahre lang vom West-Senat das Recht aberkannt, Habilitationsverfahren durchzuführen . . .

Man kann versuchen, die Geschichte zu revidieren. Indes, es gibt Zeitzeugen, die zur „Wende“ jung genug, „unbelastet“ und hellwach waren. Ich schlage vor, die Überschrift Ihres Beitrages zu ergänzen: „Zweitklassige oder belastete Professoren kamen nicht zum Zug – dafür oft drittklassige aus dem Westen“. An vielen Orten war es so, um bei der Wahrheit zu bleiben. Dagegen gibt es nicht einen Ostprofessor, der irgendwo anders, als in seltenen Fällen an seinem bisherigen Arbeitsplatz begnadigt, eine Professur errungen hätte. Aus welchem Grund eigentlich?

Prof. Dr. med. habil. Hans-Jürgen Tietz, Institut für Pilzkrankheiten und Mikrobiologie, 10117 Berlin

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Stellenangebote