ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2010Pneumologie: Lungensport auch für schwerer erkrankte Patienten

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Pneumologie: Lungensport auch für schwerer erkrankte Patienten

Werr, Lisa

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Die Richtlinien für den Lungensport bei Patienten mit obstruktiven Atemwegs- und Lungenerkrankungen aus dem Jahr 2000 sind im Bezug auf Teilnahmebedingungen, Ein- und Ausschlusskriterien und Trainingsmodalitäten überarbeitet worden. Nach Angabe von Prof. Dr. med. Heinrich Worth, Vorsitzender der deutschen Atemwegsliga, wurden die Bedürfnisse von schwerer erkrankten Patienten berücksichtigt. So wurde die Mindestbelastbarkeit von 50 Watt auf 25 Watt über drei Minuten im Steady state oder auf eine sechsminütige Gehstrecke über 200 Meter herabgesetzt; weitere Voraussetzung ist eine Sauerstoffsättigung über 90 Prozent unter Belastung von 25 Watt. Die Empfehlungen enthalten darüber hinaus Hinweise zu Trainingsaufbau, -intensität und -dauer.

Leistungsfähigkeit und Lebensqualität steigern: 700 Lungensportgruppen gibt es derzeit in Deutschland. Foto: dpa
Leistungsfähigkeit und Lebensqualität steigern: 700 Lungensportgruppen gibt es derzeit in Deutschland. Foto: dpa

Patienten mit schweren Herzerkrankungen, ausgeprägtem Bluthochdruck und einer instabilen Lungenerkrankung seien allerdings nach wie vor vom Training ausgeschlossen, betonte Worth. Ziel des Lungensports sei die Steigerung der Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Patienten, die Freude an Bewegung und der Abbau von Ängsten vor Belastungen und somit eine Stärkung des Selbstbewusstseins. Derzeit sind in Deutschland zwar 700 Lungensportgruppen gemeldet, eine flächendeckende Versorgung ist damit aber noch nicht gewährleistet. liw

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