ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2010Luxemburg: Falsche Behauptungen
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. . . Es besteht Bedarf, die an zahlreichen Punkten angeführten falschen Behauptungen von Marek Koch-Blazejak richtigzustellen. Als gewählter Vertreter der Assistenzärzte des CHL möchte ich dies im Namen meiner Kollegen tun . . .

Seit seiner Gründung . . . 1975 . . . werden im CHL Assistenzärzte ausgebildet. Aufgrund eines Kooperationsabkommens mit den belgischen Universitäten handelte es sich hierbei lange Zeit um Assistenzärzte aus Belgien. Verständlicherweise orientierte sich der Ausbildungsrahmen damals am belgischen System, in dem die Facharztausbildung unter der Schirmherrschaft der Universitäten organisiert ist . . .

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Verschiedene Umstände, wie der Assistentenmangel in Belgien und die zunehmende Mobilität deutscher Ärzte, haben im vergangenen Jahrzehnt dazu geführt, dass der Anteil der Assistenten aus dem deutschen Ausbildungssystem kontinuierlich zugenommen hat und diese Gruppe nunmehr den größten Teil der Assistenzärzte des CHL stellt. Im Licht der neuen EU-Richtlinien zur Arbeitszeit sowie der luxemburger Gesetzgebung erschien es der Direktion des Centre Hospitalier de Luxembourg deshalb Anfang 2008 notwendig, den Status der Assistenzärzte in Einklang mit der veränderten Gesetzeslage zu bringen. Da der Arbeitgeber dies in Zusammenarbeit mit der betroffenen Berufsgruppe der Assistenten tun wollte, wurde zunächst im April 2008 die Wahl zum neu geschaffenen Vertreter der Assistenzärzte abgehalten. Die Aussage von Herrn Koch-Blazejak, ein Dialog mit den Assistenzärzten sei vonseiten der CHL-Direktion nicht gewünscht, muss deshalb als falsch zurückgewiesen werden . . .

In Luxemburg gibt es derzeit, mit Ausnahme der Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin . . . keine spezifische Facharztausbildung. Jene Assistenten, die in Luxemburg einen Teil ihrer Ausbildung absolvieren, müssen dies demnach in Absprache mit den verantwortlichen Organen in ihrem Hauptausbildungsland tun. Dies sind die Universitäten in Belgien und Frankreich und die Ärztekammern in Deutschland . . .

Das Problem des Status der Assistenzärzte stellte sich bei den Assistenten aus dem deutschen System, die als vollapprobierte Ärzte keinen Studentenstatus mehr haben und die in ihrem Ursprungsland in vertraglich geregelten Arbeitsverhältnissen ihre Ausbildung absolvieren. Um ihnen die gleichen Bedingungen wie in Deutschland zu bieten, wurde . . . beschlossen, den Assistenzärzten im CHL den Status als Arzt in der Weiterbildung (Médecin en voie de spécialisation), auf der Grundlage eines Arbeitsvertrages nach luxemburgischem Recht, zu geben. Dieser Vertrag ist in Einklang mit der EU-Richtlinie 2003/88/EG und regelt die Arbeitszeit der Assistenten unter dem Aspekt der maximalen Arbeitszeit und den vorgeschriebenen Ruhephasen . . .

Neben dem Status der Assistenten, der Regelung ihrer Arbeitszeit und der Vertragsdauer war die Vergütung ein weiteres wichtiges Thema der Gespräche. Die Direktion hat hier den Nachbesserungsbedarf, vor dem Hintergrund der im Vergleich zu Deutschland höheren Lebensunterhaltskosten, erkannt, die Gehälter erhöht und eine Ausbildungszulage von 1 200 Euro pro Jahr eingeführt . . . Mir sind keine Assistenten im CHL bekannt, die mehr als 80 Wochenstunden arbeiten müssen und von ihren Ausbildungsbeauftragten angehalten werden, ihre Arbeitszeitdokumentation zu manipulieren . . . Auch stimmt es nicht, dass Assistenzärzte, die im CHL arbeiten, wie Studenten oder AiPler behandelt werden. Wir verfügen über eine der Approbation gleichzustellenden „Autorisation d’exercer“ und haben die gleichen Befugnisse wie ein deutscher Assistenzarzt im Rahmen seiner Ausbildung . . .

Im Vergleich zu Deutschland ist die Gehaltslage, aus eigener Erfahrung, sehr attraktiv . . .

Ich habe zweieinhalb Jahre meiner Ausbildung im CHL absolvieren dürfen und kann behaupten, dass die Qualität der Ausbildung jener an deutschen Kliniken in nichts nachsteht. Der engagierte und pflichtbewusste Assistenzarzt kann schnell eigene Verantwortung übernehmen und sowohl seine klinischen als auch operativen Fähigkeiten weiterentwickeln . . .

Dr. med. Philippe Wilmes, Vertreter der Assistenzärzte des CHL, Centre Hospitalier de Luxembourg, Clinique d’Eich, L-1460 Luxemburg

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