ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2010Pflegekräfte: Erfolgsrezept
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Der Leitartikel ist von höchster Brisanz, bestätigt er doch eine noch vor Jahrzehnten fast undenkbare Spaltung zwischen Arzt- und Pflegeberuf im Krankenhaus. Mein Erfolgsrezept als Chef der Erlanger Universitäts-Hautklinik (1967 bis 1995) war gerade die vertrauensvoll enge Kooperation von Ärzt/innen, Schwestern und Pflegern, die auf jeder Station ein betont „Therapeutisches Team“ bildeten. So fiel es uns in Zeiten großen Pflegekräftemangels leicht, planmäßig morgendliche Hilfsaufgaben (Blutentnahmen etc.) zu übernehmen, was die eigentliche Versorgung der Patienten bis zur Morgenvisite ohne Hektik ermöglichte. Hinzu kam pro Woche auf jeder Station eine halbstündige Teamkonferenz zur Erörterung sozialer Patientensorgen, von denen besonders die Nachtschwestern wussten. Das hat uns Ärzten das Verstehen psychosozialer Nöte vieler Patienten erst ermöglicht. Auch förderte die Präsenz einer eigenen Verwaltung den klinischen Teamgeist, weil wir unnahbaren administrativen Leerlauf vermeiden konnten. Es bestand viel Transparenz und begründete Einsicht in nötige Anordnungen, jede/r fühlte sich am jeweiligen Platz mitverantwortlich – und die Klinik schrieb jedes Jahr schwarze Zahlen trotz zunehmend kürzerer „Bettenauslastung“ und Wartelisten . . .

Es mag heutigen Ohren wie eine ferne Saga klingen. Doch wäre sie zu verwirklichen, stünden nicht politische Macht- und finanzielle Rendite-Interessen dem Umdenken entgegen . . . Ärztlicher und pflegender Dienst gehören zusammen, ohne akademischen Firlefanz, auf gleicher Augenhöhe!

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Prof. em. Dr. med. Otto Paul Hornstein,
91080 Uttenreuth

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