ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2010Abrechnung der kontinuierlichen Blutzuckermessung

GOÄ-RATGEBER

Abrechnung der kontinuierlichen Blutzuckermessung

Dtsch Arztebl 2010; 107(27): A-1374 / B-1214 / C-1194

Gorlas, Stefan

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Bei der kontinuierlichen Blutzuckermessung handelt es sich um eine spezialdiagnostische Methode bei besonderen Fragestellungen im Rahmen der Diabetesdiagnostik und -therapie, wie beispielsweise die Abklärung häufiger nächtlicher Hypoglykämien oder häufiger postprandialer Blutzuckerexkursionen bei normwertigem HbA1C. Meist finden nicht- beziehungsweise minimalinvasive, tragbare Messsysteme Anwendung, die beispielsweise über eine subkutan implantierte Elektrode den Glukosegehalt in der Interstitialflüssigkeit bestimmen. Die auf diese Weise gewonnenen Informationen werden, ähnlich wie beim 24-Stunden-EKG, anschließend ergänzend zu den eigentlichen Blutzuckermessungen im venösen oder kapillären Plasma beziehungsweise Vollblut genutzt, um die Diabetestherapie zu verbessern. Die kontinuierliche Messung erfolgt meist über einen Zeitraum von 24 bis 72 Stunden, wobei die Messungen in ein- bis mehrminütigen Intervallen erfolgen.

Da die kontinuierliche Blutzuckermessung bislang in der Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) nicht enthalten ist, hat die Bundes­ärzte­kammer hierzu eine Abrechnungsempfehlung durch einen Analogabgriff einer gemäß § 6 Abs. 2 GOÄ nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung erarbeitet. Gemäß dem Beschluss des Ausschusses „Gebührenordnung“ der Bundes­ärzte­kammer vom 27. April 2010, bestätigt durch den Vorstand der Bundes­ärzte­kammer, kann die „Kontinuierliche Blutzuckermessung über mindestens 18 Stunden, mit Auswertung“ über einen Analogansatz der Nr. 659 GOÄ („Elektrokardiographische Untersuchung über mindestens 18 Stunden [Langzeit-EKG] – gegebenenfalls einschließlich gleichzeitiger Registrierung von Puls und Atmung -, mit Auswertung“) berechnet werden. Die vom Patienten bei der kontinuierlichen Blutzuckermessung mit den vorgenannten Messsystemen verbrauchte Einmal(Nadel-)elektrode kann als Auslage gemäß § 10 in Rechnung gestellt werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass bei einem Betrag von über 25,56 Euro pro Auslage der Rechnung gemäß § 12 Abs. 2 Nr. 5 GOÄ ein Beleg oder ein sonstiger Nachweis beizufügen ist. Dr. med. Stefan Gorlas

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