ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2010Gesundheitskarte: Gesetz zum Stammdatenabgleich auf dem Weg

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Gesundheitskarte: Gesetz zum Stammdatenabgleich auf dem Weg

PP 9, Ausgabe Juli 2010, Seite 293

Hillienhof, Arne; Krüger-Brand, Heike E.

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Ärzte sollen verpflichtet werden, die Versichertenstammdaten ihrer Patienten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) online abzugleichen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat der Bundestag beschlossen (siehe dazu „Raus aus der Isolation“ in diesem Heft). Die neue Regelung des GKV-Änderungsgesetzes sieht vor, dass die Krankenkassen Online-Dienste anbieten, mit denen die Leistungserbringer die Gültigkeit der Daten überprüfen und auf der eGK aktualisieren können (§ 291 2 b Sozialgesetzbuch V). Ärzte, Zahnärzte und Krankenhäuser sollen den Stammdatenabgleich jeweils beim ersten Kontakt im Quartal durchführen. Mit der Prüfung sollen ungültige, verlorene oder als gestohlen gemeldete Karten identifiziert werden.

Kampf gegen Missbrauch: Ärzte sollen künftig online die Stammdaten der Ver sicherten abgleichen. Foto: Visum
Kampf gegen Missbrauch: Ärzte sollen künftig online die Stammdaten der Ver sicherten abgleichen. Foto: Visum

Die Online-Anbindung der Praxis-EDV an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur soll für die Vertragsärzte freiwillig bleiben. Der Stammdatenabgleich wäre technisch auch möglich, indem lediglich das Kartenlesegerät (ohne Verbindung zur Praxis-EDV) über den Konnektor angebunden wird.

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„Im Rahmen der Einführung der Gesundheitskarte muss die Online-Anbindung für die niedergelassenen Ärzte freiwillig sein. Alles andere würde die berechtigte Kritik der Vertragsärzte an Überbürokratisierung und gesetzlicher Bevormundung nur verstärken“, erklärte der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. med. Carl-Heinz Müller. Die KBV plädiert dafür, die Ärzte durch Anreize, etwa die Kostenübernahme durch die Krankenkassen, zu einem freiwilligen Stammdatenabgleich zu bewegen. „Für die niedergelassenen Ärzte dürfen keine zusätzlichen Kosten entstehen“, sagte Müller. Das Gesetz tritt voraussichtlich am 1. August in Kraft. hil/KBr

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