ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2010Schieflage: Nicht zukunftsweisend
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Es ist sicherlich richtig, wenn sich die DGPPN und Prof. Dr. med. Sabine Herpertz hier für chronisch psychisch Erkrankte starkmachen. Aber in irgendeiner Weise zukunftsorientiert ist die vorgelegte Argumentation nicht. Eher beschränkte und inzwischen in die Jahre gekommene Behandlungsansätze werden ritualartig repetiert. Wie eine moderne Versorgung psychisch Kranker aussehen kann, wird hier nicht mal skizziert. Dass man erst jetzt erkennt, dass für die Behandlung psychisch Kranker mehr notwendig ist, als nur Psychopharmaka, und das wohl auch nur angesichts des wachsenden Erfolgs von Psychotherapie so sieht, kann man wohl kaum der Psychotherapie oder auch den Psychologischen Psychotherapeuten zum Vorwurf machen. [. . .] Statt solcher redundanten Artikel würde ich mir von der PP mehr zukunftsweisende Artikel wünschen: Zum Beispiel unter welchen Bedingungen könnten Psychopharmaka reduziert werden, oder welche Möglichkeiten der Ausweitung von Gruppentherapie könnten dazu führen, dass die vorhandenen Ressourcen besser genutzt werden könnten? Wie könnte eine bessere Vernetzung von Psychotherapie und psychiatrischer Versorgung stattfinden beziehungsweise auch eine bessere Zusammenarbeit von Psychotherapie und Psychiatrie möglich werden. Da spielt die Zukunftsmusik – und nicht in den anscheinend eher beschränkten Vorstellungen der DGPPN.

Sebastian Rühl, Christina Fey, Praxis für Psychotherapie, Seminare und Aufstellungen, Erwachsene, Kinder und Jugendliche, Familien, Paare, Supervision und Fortbildung, 63589 Linsengericht

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