ArchivDeutsches Ärzteblatt38/1997Immobilienkonzepte: Seniorengerechtes Wohnen als Chance

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Immobilienkonzepte: Seniorengerechtes Wohnen als Chance

PJ

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LNSLNS Alt sein ist heute längst nicht mehr gleichbedeutend mit Pflegebedürftigkeit. Vielmehr kann inzwischen mit gutem Recht von den "jungen Alten" gesprochen werden. Das hat auch Auswirkungen auf den Immobilienmarkt: Die meisten älteren Bundesbürger wollen so lange wie möglich in eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Entsprechende Immobilienangebote gibt es inzwischen zuhauf
Es ist sicherlich sinnvoll, daß sich jeder Gedanken um seine persönliche Wohnform der Zukunft macht. Tatsache ist, daß Wohnungen älterer Menschen aufgrund der besseren finanziellen Verhältnisse dieser Generation im Durchschnitt rund 20 Quadratmeter größer sind als die Wohnungen der unter 35jährigen. Schwierigkeiten sind damit programmiert, denn eine große Wohnung will auch geputzt und instand gehalten werden.
Rechtzeitige
Anpassung
Als Alternative bietet sich der rechtzeitige Umzug in eine andere Wohnung oder die Anpassung der eigenen Wohnung an die künftigen Möglichkeiten an. Eine Wohnung ist dann als seniorengerecht zu bezeichnen, wenn sie nicht zu groß dimensioniert und keineswegs mit Möbeln überfrachtet ist. Auch sollten wichtige Einrichtungen wie etwa Bad und Toilette so geräumig sein, daß sie auch bei Problemen mit dem eigenen Körper problemlos genutzt werden können. Möglicherweise kommen auch Umbauten in Frage, beispielsweise das Absenken der Türschwellen.
Noch wichtiger als während des aktiven Berufslebens ist die Lage der Immobilie: Objekte, die auch für Senioren interessant sind, sollten mit einem funktionierenden Fahrstuhl und breiten Türen ausgestattet sein und alle wichtigen Einrichtungen quasi "vor der Haustür" haben - angefangen vom Lebensmittelladen über den Arzt bis hin zum Bekleidungsgeschäft. Auch Gemeinschaftseinrichtungen sind sicher vorteilhaft, ob Bibliothek, das Schwimmbad oder auch nur eine sorgfältig gepflegte Parkanlage. Des weiteren lohnt sich die Frage nach den Verkehrsanbindungen: Heute mag zwar noch das Auto wichtigstes Fortbewegungsmittel sein, eines Tages kann jedoch jeder von uns auf Bus oder Bahn angewiesen sein. Liegt dann die nächste Haltestelle einen oder mehrere Kilometer entfernt, wird schon der Besuch von Freunden zu einem Tagesausflug.
Freilich werden sich all diese Ansprüche oftmals nicht problemlos realisieren lassen. Gerade in letzter Zeit sind daher in vielen deutschen Städten gezielt "seniorengechte Wohnanlagen" erstellt worden. Sie sollen einerseits ein möglichst selbständiges Wohnen im Alter erlauben, andererseits aber auch - bei Bedarf - alle Leistungen bieten, die erforderlich sein können, wenn man Hilfe braucht: beispielsweise die Versorgung mit warmen Mahlzeiten oder die ärztliche Betreuung, die bis zur Pflege reichen kann. Teuer müssen - und sollten - solche Wohnungen keineswegs sein: Zumindest vom Konzept her handelt es sich um ganz "normale" Eigentumswohnungen, denn schließlich werden die in Anspruch genommenen Sonderleistungen auch gesondert vergütet. Lediglich für eine seniorengerechte Ausstattung müssen oftmals Mehrpreise bewilligt werden, die jedoch die Baukosten nicht wesentlich in die Höhe treiben sollten.
Gerade diese seniorengerechten Immobilienkonzepte bieten auch interessante Chancen für Geldanleger: Während des aktiven Berufslebens "kauft" sich der Investor in eine solche Anlage ein, die er dann zur gegebenen Zeit auch selbst nutzen kann. Einerseits sichert sich der Anleger mit dem Kauf der Immobilie ein hohes Maß an Inflationsschutz und relativ interessante Erträge und Steuervorteile. Andererseits bedeuten die "eigenen vier Wände" im Alter eine beträchtliche Sicherheit vor Mieterhöhungen. Allerdings strahlen manche Angebotsprospekte übertriebenen Optimismus aus. Zunächst muß der Kaufpreis marktgerecht sein. Dies sollte jeder Investor vor Ort überprüfen und bei dieser Gelegenheit auch gleich feststellen, ob die Immobilie tatsächlich günstig liegt.
Auch ist zu klären, was im Falle des Eigenbedarfs zu geschehen hat. Wenn die Seniorenwohnung durch einen anderen älteren Menschen genutzt wird, kann die Eigenbedarfs-Anmeldung erhebliche rechtliche Probleme auslösen - von den moralischen Bedenken ganz zu schweigen. Tausch ist
vorteilhaft
Vorteilhaft ist es, wenn der Initiator der Anlage Tauschmöglichkeiten verbindlich zusagt: Sollte dann die eigene Wohnung längerfristig vermietet sein, erhält der Investor eben eine andere, möglichst gleichwertige, zur Eigennutzung. Da derartige Garantien sehr langfristig sind, sollte jeder Anleger genau die Seriosität des Anbieters prüfen. Der Tochtergesellschaft einer Großbank oder Sparkasse kann sicherlich größeres Vertrauen geschenkt werden als einem neuen Anbieter, der bisher noch keine Erfahrungen im Immobiliengeschäft hat. PJ
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