ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2010Chirurgie: Kein Klima der Angst
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In dem Interview mit Herrn Prof. Hartwig Bauer wird das Thema Fehlverhalten, mangelnde Führungsqualitäten und Arbeitsbedingungen der Chirurgen aufgegriffen. In dem Interview wird Herrn Broelsch vorgeworfen, dass er in seiner Abteilung ein Klima der Angst geschaffen habe. Man kann Herrn Kollegen Broelsch vieles vorwerfen, aber nicht, dass er der Prototyp eines autoritären Chirurgen ist . . .

In diesem Interview werden der „Fall“ Broelsch und Probleme in der Chirurgie vermischt. Herr Broelsch ist aus zwei Gründen nicht dieser hier angeprangerte Prototyp eines autoritären Chirurgen.

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Erstens hat er sehr viele Jahre in den USA gearbeitet, wo der hier im Interview zitierte Führungsstil absolut unüblich ist. Diese Erfahrung haben die meisten Ärzte aus verschiedenen Fachrichtungen, die in den USA gearbeitet haben, gemacht. Sie haben – wie auch ich – gesehen, dass das kollegiale Verhältnis zwischen Chef und Mitarbeitern dort viel besser ist, als in den oft noch sehr hierarchischen Strukturen in Deutschland.

Zweitens habe ich in persönlichen Begegnungen durch verschiedene gemeinsame Forschungsprojekte hier im Klinikum zwischen den Abteilungen Gastroenterologie, Chirurgie und Virologie die Erfahrung gemacht, dass sehr wohl auf hohem Niveau zusammengearbeitet wurde, ohne dass hierarchische Strukturen eine Rolle gespielt haben. Es wurde sehr sachlich und wissenschaftlich orientiert gearbeitet.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat vor Jahren eine klinische interdisziplinäre Forschergruppe zur Leberlebendspende etabliert, die von Herrn Broelsch geleitet wurde. Sie ist auch ein Zeichen für gute Zusammenarbeit mit Herrn Broelsch. Bei vielen Besprechungen, die wir in diesem Zusammenhang gemeinsam geführt haben, war absolut kein autoritärer Stil von Herrn Broelsch zu bemerken.

Prof. Dr. med. Michael Roggendorf,
Direktor des Instituts für Virologie,
Universitätsklinikum Essen, 45147 Essen

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