ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2010Fernsehtipp: Giftstoffe lauern praktisch überall in der Umwelt

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Fernsehtipp: Giftstoffe lauern praktisch überall in der Umwelt

Dtsch Arztebl 2010; 107(28-29): A-1408 / B-1246 / C-1226

Krüger-Brand, Heike E.

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Beim Gerben von Stoffen werden große Mengen giftiger Chromsalze eingesetzt. Foto:NDR/© Altemeier & Hornung-
Beim Gerben von Stoffen werden große Mengen giftiger Chromsalze eingesetzt. Foto:NDR/© Altemeier & Hornung-

Täglich werden die Verbraucher mit einer Vielzahl von Giften konfrontiert, sei es in Lebensmitteln, Textilien, Spielzeug oder Möbeln. Trotz aller Verbote, Grenzwerte und Kontrollen gibt es keinen ausreichenden Schutz, denn immer neue Giftstoffe gelangen auf den Markt. Hinzu kommt, dass nur wenige der Gifte, die regelmäßig verarbeitet werden, überhaupt nachweisbar sind. Der weitaus größere Teil ist nicht einmal bekannt, da die Hersteller immer neue Substanzen auf den Markt bringen. Solange jedoch ein Gift nicht als schädlich identifiziert wurde, kursiert es auf dem Markt. Der Themenabend „Gift – unser tägliches Risiko“ bei Arte geht auf die Gefährlichkeit gebräuchlicher Giftstoffe ein, zeigt aber auch Möglichkeiten, ein Leben ohne Gifte zu führen.

So beschäftigt sich die Dokumentation „Schick, aber schädlich“ mit Kleidung, die krank macht: Ein Großteil der in Europa verkauften Kleidung kommt aus Asien. Dort werden Chemikalien eingesetzt, die in Europa verboten sind. Immer wieder sterben etwa in Bangladesch Arbeiter in den Gerbereien durch die verwendeten Gifte, darunter Chrom, Azofarben, Chlorgas. Aber auch hierzulande werden Jeans meist mit Chlor gebleicht, mit Formaldehyd in Form gehalten oder mit billigen Farbstoffen verarbeitet. Welche Wirkungen die schädlichen Stoffe auf den Verbraucher haben, weiß man nicht genau. Wenn sich die Giftstoffe aus der Kleidung über Jahre im Körper anreichern, können sie Allergien, Nervenkrankheiten und möglicherweise sogar Krebs verursachen, vermuten Experten.

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Ein weiteres Thema sind Verpackungen (Dokumentation „Hauptsache haltbar“): Weltweit kann der Verbraucher die gleichen Produkte kaufen, lange haltbar, weil luftdicht verpackt. Doch diese Verpackungen enthalten häufig gefährliche Schadstoffe, die in die Nahrungsmittel wandern. Ob Weichmacher, giftige Druckfarben oder Trocknungsbeschleuniger – die größte Verunreinigung von Lebensmitteln entsteht durch Verpackungen. Am gefährlichsten sind Wandergifte wie Phthalate. Sie machen die Verpackung weich und geschmeidig, wirken nebenbei aber wie Hormone. Die Dokumentation thematisiert die Hintergründe für mangelnde Kontrollen, den Lobbyismus in Brüssel und nicht funktionierenden Verbraucherschutz.

Termin: „Gift – unser tägliches Risiko“, Themenabend bei Arte am 27. Juli 2010, 20.15 Uhr KBr

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